Nektar
Ein Fest für die Sinne
Anfang März 2003 öffnete in den Gewölben des alten Preysingkellers in der Stubenvollstraße hinter dem Gasteig Münchens neues Schmuckstück: Das Nektar. Was als "soft-opening" geplant war, entwickelte sich schnell zu einem gewaltigen Hype. Überall in München brodelte die Gerüchteküche, es sollte einen neuen Laden geben, der Alles in den Schatten stellt. An solchen Gerüchten ist zwar nur äußerst selten etwas dran, doch in diesem Fall stimmten sie. Das Nektar ist ein Lokal, wie es es in dieser Stadt noch nicht gegeben hat - jeder Vergleich verbietet sich. Dafür muss man schon bis nach Amsterdam in den Supperclub gehen. Gerade deshalb treffen die Betreiber Guido Kellermann, Tom Breiter und Christian Schottenhamel, die alle ausgiebige Erfahrungen in der Top-Gastronomie gesammelt haben, in München mit ihrem Konzept ins Schwarze. Die Regel, dass ein kulinarisches Erlebnis unbezahlbar sein muss
und man für weniger Geld keinen Service erwarten kann, haben sie grundlegend ausgehebelt. Doch das Nektar ist noch viel mehr.
Betritt man den Keller durch den eher unscheinbaren Eingang landet man in einer schicken im 60ties Retro-Design gestalteten Bar, dem Foyer-Rouge bzw. dem Salon Orange, vor dessen Kamin wohl auch Ray und Charles Eames gerne den einen oder anderen Cocktail getrunken hätten. Doch das ist erst der Anfang des architektonischen Spannungsbogens der sich durch das Lokal zieht. Hier versammeln sich bis um 24h die Gäste die keinen Tisch im Restaurant haben und können in entspannter Atmosphäre die "Öffnung des Paradieses" erwarten. Wer rechtzeitig reserviert hat, wird ab 20h hier von Gästebetreuer Ivan empfangen, dem es bisher immer gelungen ist, den Gästen sofort das Gefühl zu vermitteln hier willkommen zu sein. Er führt alle persönlich zuerst mit einem berechtigten Stolz durch die Räumlichkeiten:
Dem Cabinet Plasma, in dem sich Videokünstler auf einem großen Plasma Bildschirm präsentieren können und den Club Blanc, der sowohl als Lokal, aber auch als hippe Partylocation genutzt wird. Und erst jetzt geht es ins Paradies, den Salle Blanche, einem völlig weißen Saal in dem die Gäste zuerst das tun, was sie auch machen, wenn sie nach Hause kommen: Die Schuhe ausziehen. Erst dann nehmen sie auf der bequemen, großen Liegefläche platz, auf der sie das Essen serviert bekommen werden. Ein Komfort, den schon die Römer zu schätzen wussten. Für gutangelegte € 65.- wird hier vom Küchenchef Florian Nolting, dessen Lebenslauf mit hochkarätigen Feinschmeckeradressen, wie dem Witzigmann Bajazzo in Frankfurt oder dem Restaurant 'Schlossberg' in Alzenau glänzt, ein Menu serviert, das unter dem Motto "simple food" zahlreiche einmalige Kreationen auf höchstem Niveau bietet, zu denen es auch immer eine vegetarische Alternative gibt.
Sobald sich die Küche eingespielt hat, wird man aber auch à la carte speisen können.
Doch nicht nur der Geschmackssinn soll im Nektar verwöhnt werden.
Während man entspannt das Essen genießt wird das Lokal zur Bühne: Junge Künstler, Musiker und Djs machen den Abend auch zu einem immer wieder neuen kulturellen Erlebnis, und das erfrischend freundliche Personal sorgt für tiefes Wohlbehagen. Ein Programm gibt es bewusst nicht, jeden Tag erwartet die Gäste eine neue Überraschung. Dieses Zusammenspiel, zu dem auch ein ausgefeiltes variierendes Lichtkonzept gehört, das alle Sinne anspricht, sorgt für eine geradezu surreale Atmosphäre, die die Zeit vergessen lässt. So kommt es vor, dass manche gar nicht mehr gehen wollen, andere entschlummern entspannt in den Kissen oder planen schon den nächsten Besuch mit den "Tischnachbarn", die sie gerade erst kennen gelernt haben.
Nach 24h, wenn das Essen vorbei ist, werden die Bargäste auch in den "Speisesaal" gelassen und es entsteht schnell eine entspannte Club-Atmosphäre in der auch getanzt wird. Wer jetzt das Nektar besuchen will, sollte rechtzeitig reservieren, denn der Andrang ist verständlicherweise groß. Doch die Zeit, die man eventuell auf einen Tisch wartet lohnt sich gewiss. Für einige Freunde des Hauses gibt es außerdem eine "Porte Privée", die sich mittels eines Handscans öffnet. Für diese Gäste werden auch ihre persönliche Vorlieben gespeichert, was den Service noch exklusiver macht.
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