Chris Rea
Muffathalle München
30 millionen verkaufter tonträger, kein star im herkömmlichen sinne. das ist kein widerspruch, das ist chris rea. trotz seines erfolges ist er ein ruhiger, zurückhaltender mensch geblieben.
als folge einer schweren erkrankung muss chris rea nun seinen lebensstil ändern. er wird weiterhin musik machen, allerdings die strapazen einer tournee nicht mehr auf sich nehmen können.
nach dem letzten vorhang will chris rea nur noch teil des trios „the fire flies“ sein.
„ich liebe es, auf tour zu sein. es ist der beste job der welt, wenn ich einen anderen körper hätte“, erklärte er in einer stellungnahme. „mein gesundheitszustand kann sich jederzeit verschlechtern und deshalb werde ich zum letzten mal auf tour gehen“, fügte er hinzu. „ich muss einfach eine andere arbeitsweise finden.“
zwischen pop-, latin- und softrock sowie den immer deutlicher hervortretenden blueswurzeln fächerte sich die besondere bandbreite von chris rea auf. der meister sparsamer gesten und weniger worte überzeugte jenseits von mainstream und modischen trends mit seinem sehr persönlichen stil. der „wunderbare songschreiber und begabte bluessänger“ (faz) aus der englischen industriestadt middlesborough traf in deutschland schon immer auf besondere resonanz. hier wurden kritiker und fans bereits zu beginn der achtziger auf ihn aufmerksam, bevor er internationale akzeptanz mit produktionen wie „shamrock diaries“, „dancing with strangers“ und dem überragenden „road to hell“ erlangte. mit „king of the beach“ knüpfte chris rea an den verfeinert-eleganten rockstil an, der auch „auberge“, „god’s great banana skin“ und „espresso logic“ auszeichnete. die letzten beiden cds „stony road“ und „the blue jukebox“ offenbarten dann einen wendepunkt in der karriere.
die veröffentlichung von elf neuen cds gleichzeitig, teil des einzigartigen „blue guitars“-projektes ist ein meilenstein in der modernen musikgeschichte. das projekt umfasst 130 neue songs, eine dvd und ein buch mit gemälden von chris rea sowie fotos und persönliche aufzeichnungen. der begnadete slide-gitarrist sagt: „musik und texte zu schreiben und dabei kein rock- oder popstar zu sein, wäre nie ein widerspruch. zu sagen, man müsse beides sein, ist ein enges, unrealistisches und faules statement“, stellte chris rea nüchtern fest.
wer noch ein letztes mal die rauchige stimme von rea live erleben möchte, der sollte sich im februar in die muffathalle bewegen.
<petra caruso>
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Chris Rea - Muffathalle
wann: 24.02.2006
einlass: 19.30h
beginn: 20h
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