Liquido - At The Rocks
glück muss man einfach haben. vom armen studenten zum reichen popstar
- für liquido ist mit "narcotic" der
amerikanische traum hierzulande wahr geworden. was als track 13
in der "unexplored" - rubrik auf dem cd-sampler des visions-mags
begann, fand sich ein paar wochen später unter der top 5 der single-charts
wieder. und auch wenn dem nachfolgenden selbstbetitelten debüt nicht
soviel erfolg beschieden war wie "narcotic" - liquido waren drin.
zwar noch nicht im internet, aber zumindest im musikbusiness und
im erfolg.
nun
haben bands mit einem einzigen hit natürlich ein problem. um nicht
in der versenkung zu verschwinden, steht weiterentwicklung auf dem
programm. das wissen liquido als schlaue studenten natürlich und
deshalb wird auf dem zweiten album jetzt gerockt. man will ja auch
nicht als teenie-pop band verenden.
schon der etwas dreiste titel "at the rocks" soll ankündigen, was
sich auf dem silberling abspielt. allerdings klappt das nicht ganz
so gut, wie sich das die jungs und die plattenfirma wohl gedacht
haben. denn "at the rocks" ist immer noch mehr pop als rock, mehr
seicht als tiefgründig und klingt deshalb im ergebnis nicht mehr
als durchschnittlich. dabei haben sich die heidelberger durchaus
bemüht, ihren songs gehörig abwechslung zu verschaffen.
mit dem 6-minütigen "tired" ist der band beispielsweise eine hervorragende
klangcollage im stil alter queen-epen gelungen und mit "the opera
und "curtainfall" finden sich zwei klasse indie-songs auf der scheibe.
diese drei tracks sind dann aber leider schon das beste, was das
album zu bieten hat. ansonsten hält nämlich der "narcotic"-effekt
einzug. dass der song mittlerweile in sämtlichen bierzelten
und massendiscos gegrölt wird, scheint liquido nicht zu stören.
"play some rock" und "parkdrive
31" schlagen in die gleiche kerbe und mit dem dämlichen kinderchören
bei einigen stücken werden sie wohl nie aus der tennie-ecke herauskommen.
ansonsten wird fleissig von anderen bands abgekupfert. am deutlichsten
wird das beim opener "the joke is on you" - hier haben blink 182
mehr als nur pate gestanden. die anderen tracks gehen mehr oder
weniger in die selbe richtung und klingen mal besser, mal schlechter.
weit werden die heidelberger so nicht kommen - das prophezeie ich
jetzt mal. tatsache ist aber, und das muss man liquido neidlos zugestehen:
die jungs können gute songs schreiben, und was den ohrwurm-effekt
angeht, so haben sie anderen bands einiges voraus. es ist schade,
dass sie ihr potential bei "at the rocks" nicht voll ausgeschöpft
haben und letztendlich doch wieder auf den altbewährten pfaden trampeln.
wer sich daran nicht stört, wird mit "at the rocks" glücklich sein.
für alle anderen lohnt sich zumindest das reinhören. mir persönlich
reichen jedenfalls die drei erwähnten tracks und wenn ich richtigen
rock hören will, dann ist mir metallica immer noch am liebsten.
<cn>
mehr infos und soundfiles findet ihr unter [ liquido.de ]
und [ virgin.de ]
auf jedenfall haben sich die vier deutschen studenten von
liquido weiterentwickelt! gute scheibe, die man - sofern man
die erste besitzt - auf jeden fall im regal stehen haben sollte!
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dank dem ohrwurm "narcotic" sind die jungs von
liquido noch nicht ganz in vergessenheit geraten! ganz nette
scheibe - zum napstern zumindest...
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