Marilyn Manson
in München
Die Stimmen über Marilyn Manson sind zahlreich und alle haben recht. Der kranke Selbstdarsteller und
extrovertierter Musiker ist zugleich gut und böse, eine Katastrophe und ein genie und auf jeden Fall
immer für einen harten Song gut. Gegründet würde die Band 1993 in Fort Lauderdale, als Marilyn Manson
alias Fotojournalist Brian Warner und Daisy Berkowitz alias Gitarrist Scott Mitchell beschließen,
die Hardrockwelt unsicher zu machen. Alle Bandmitglieder haben als Vornamen amerikanische Pop-Ikonen
und die Nachnamen von Serienmördern. Sado-Maso-Klamotten und Alice Cooper vor Neid erblassen
lassendes Make-Up, Blut, tote Tiere und Unmengen an Schlagzeilen jeder Richtung.
Das Konzept geht auf: Innerhalb von wenigen Jahren erscheinen die Alben "Portrait of an american Family",
"Smells like children" und der Beginn einer musikalischen Trilogie mit dem Album "Antichrist Superstar".
Damals noch weniger wegen der Musik, mehr wegen der Gerüchte um die Bühnenshows, werden sie zu Verkaufserfolgen.
Spätestens bei dem Abschluss eben dieser Trilogie, nach "Mechanical Animal" der Scheibe "Holy Wood" vom
November 2000 jedoch ist klar, dass sich die Shows zwar nicht mehr so gut verkaufen, aber die Musik immer
besser und immer anerkannter wird.
Es interessiert nicht mehr, dass der Gründer der antichristlichen Church of Satan Marilyn Manson zum
"Referend" ernannte. Es scheint auch Marilyn nicht mehr zu interessieren. Er schlachtet auch keine Tauben mehr
a la Ozzy Osbourne und er zerschlägt auch keine Boxen mehr, wie 1999 in Neubiberg bei München, als die
hartgesottene Fangemeinde so gar nicht entgeistert war. Nein, er schminkt sich nur noch abgefahren und
widmet sich der Musik, und das tut der neuesten Platte "The golden Age of Grotesque" mal so richtig gut:
Rotzig und aggressiv und ganz ohne Glanz und Glamour fegen die Gitarrenwände und Bässe nach kurzen,
mürrischen Intros los. Obwohl Mit-Songwriter Twiggy Ramirez fehlt, lässt das Album nichts zu wünschen übrig.
Zwischen Wiedererkennungswert und neuer Power legt Marilyn hier den Grundstein für den weiteren Weg nach oben.
Mit Songs wie "(S)aint" und "Doll-Dagga Buzz Buzz Ziggety-Zag" rockt er richtig ab, saubere Riffs und wie immer
strange Melodien werden Euch umhauen: am 8.12. in der Olympiahalle. <nina bludau>
tickets gibt's hier: [ tickets ]
die cds und mehr von Marilyn Manson gibt's [ hier ]
Marilyn Manson
[ olympiahalle ]
wann: 08.12.2003
beginn: 20h
wieviel: ab 38.-
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