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Es geht voran bei Megaherz

Ja genau!

placebo, konzert, münchen Wie beschreibt man Megaherz? Mit Hardrock wird man ihnen nicht gerecht, Crossover allein paßt auch nicht und der mißgünstige Begriff „Rammsteinkopie“ hat nie gestimmt und ist schon lange überholt. Man könnte sagen, es ist eine der vielen Bands, die nun mal einfach in keine Schublade gehören, und das macht wohl auch ihren Erfolg aus. Nach einem jahrelangen Findungsprozess, der auch noch lange nicht zu Ende ist, haben die Jungs 2002 mit ihrem 4. Album „Herzwerk II“ eine neue Richtung eingeschlagen. Sie sind, wie man so schön sagt, „ehrlicher“ geworden und haben sich damit die Tür zu neuen Variationen ihrer Musik geöffnet. Von den Fans wurde das mit Begeisterung aufgenommen, genauso wie jetzt der Wandel am Mikro. Munichx.de hat mit dem Gitarristen und auch irgendwie Manager X-Ti gesprochen:

Munichx.de: Warum hat Alexx Megaherz verlassen?
X-Ti: Alexx ist in dem, was er macht, super! Aber er ist nun mal eher der "preußische" Typ (lacht), schätzt harten Sprechgesang und Shouting und eher so die Elektroschiene. Wir anderen wollten einfach mal mehr ausprobieren, andere Elemente mit aufnehmen, und so gab es stilistische Differenzen. Alexx hatte schon seine Probleme mit der Scheibe "Herzwerk II", die für uns sowas wie der Beginn des richtigen Wegs war.

Munichx.de: Und wie hört sich der richtige Weg dann an?
X-Ti: Auf jeden Fall bleiben wir bei den deutschen Texten, wenn man Rockmusik macht, muss man auch was zu sagen haben. Und idealerweise sollten die Fans das auch mitbekommen. (grinst) Musikalisch gehen wir wie schon auf der „Herzwerk II“ weg von den ganzen elektronischen Elementen, und lassen dafür mehr Crossover mit rein. So bleiben wir hart, haben aber mehr Spielraum für neue Ideen und ausgefeiltere Varianten.

Munichx.de: An was für Bands habt Ihr euch so orientiert?
X-Ti: Das ist schwer zu sagen, weil man ja immer auch Sachen von Bands im Ohr hat, die man so immer wieder hört. Und dann steht man trotzdem da und macht sein Ding. Wir mögen so Sound wie Deftones, Rage against the Machine, Fuel, System of a Down und ich liebe Bush. Aber da sind noch viel mehr Bands, die wirklich super Musik machen, und so richtig direkt orientiert haben wir eigentlich an keiner...

Als ich mit X-Ti das Interview geführt habe, hat er mir die Ehre zuteil werden lasen, drei der bereits vollendeten vier neuen Songs mit dem neuen Sänger Mathias vorzuspielen. Schon bei dem ersten Song „Gesicht“ waren drei Dinge klar: Erstens haben sie genau den richtigen neuen Sänger. Zweitens geht ihr Weg eindeutig noch mehr aufwärts. Und drittens werden sie live unbesiegbar sein! Schöne, ausdrucksstarke Gitarren und ein deutlicher Schwung von Drummer und Bass werden allen besorgten Fans ein erleichtertes Lächeln bringen. Sie sind nicht nur genauso gut, sie sind besser! In dem nächsten Lied „Ja genau!“ (Arbeitstitel des neuen Albums), einem ruhigeren Song, umrundet die für Megaherz fast schon sanft anmutende Begleitung geradezu trotzig einen inhaltlich bitteren Text. Und das Team funktioniert: sie fangen Mathias immer genau dann auf, wenn er nach seinen Sprechgesang- Parts wieder zurück in den Drive des Songs kommt. Und genauso wie er spielerisch zwischen Sprechgesang und Singen wechselt, bieten die Jungs ihm mal Basis, mal Einbettung. Kurz gesagt: Freut Euch auf das Album.

Munichx.de: Wie seid Ihr auf Mathias gekommen?
X-Ti: Wir haben ja schon eine Tour mit Twelve After Elf gemacht, und das lief super. Anfang des Jahres haben wir dann dringend einen Sänger gebraucht, um paar Gigs zusagen zu können, unter anderem Support für „In Extremo“ in Rußland. Also haben wir Mathias angerufen, und der war sofort dabei. Der Gig ist zwar auf unbestimmt verschoben, aber wir haben eine neuen Sänger, der mit uns auf genau die Reise geht, die wir uns erhofft haben. Der Sound von Twelve After Elf war ziemlich außergewöhnlich, darum hatten sie wohl auch wenig kommerziellen Erfolg. Das kann Mathias jetzt bei uns reinbringen, die perfekte Kombi.

Munichx.de: Und er schreibt auch die Texte?
X-Ti: Ja, das war auch eine freudige Überraschung. Wir dachten erst, dass es da noch Lücken geben würde, aber Mathias schreibt schon seit Jahren deutsche Texte und auch Gedichte, und hatte sofort Ideen parat. Also haben sind erst einige von den alten Sachen durchgegangen, und haben dann gleich paar neue Songs aufgenommen.

Munichx.de: Mathias lebt in Italien, und das erschwert natürlich Eure Arbeit. Wann rechnet Ihr mit dem neuen Album?
X-Ti: Ende dieses Jahres, oder Anfang nächstes Jahres. Ich fahre Pfingsten für zwei Wochen runter, dann können wir da schon Songs ausarbeiten und aufnehmen. Das ist eh eine super Sache: Sonne, Wein, Urlaub und Musik machen. (Er lacht. Und unsereiner sitzt am PC...)

Munichx.de: Was sagt Eure Plattenfirma BMG dazu?
X-Ti: Die haben von den neuen Sachen noch nichts gehört. Aber ich gehe davon aus, dass sie es mögen werden.

Davon gehe ich auch aus – und so weit weg von der "Herzwerk II" sind sie auch wieder nicht. Wir sagen Euch Bescheid, wenn sie endlich wieder live da sind.
Munichx.de: Danke und viel Erfolg!

<nina bludau>

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name:Lafayette
kommentar:   Im Moment glaube ich an "gar nichts", denn mit Alexx ist eine "Ausnahmepersönlichkeit" gegangen. Man(n) stelle sich Rammstein ohne Till vor, die Toten Hosen ohne Campino, die Stones ohne Mick Jagger, Dick ohne Doof, usw. usw., ich kann mir, im Moment, beim besten Willen nicht vorstellen, daß Herr Jablonsky die gleiche Bühnenpräsenz entwickeln kann, wie Alexx. Wäre schön, wenn Megaherz mich vom Gegenteil überzeugen könnte. Denn bisher hielt ich sie für Konsequenter, härter und ehrlicher als, z.B. Rammstein.
bewertung:stern 
datum:26.06.2003 16:30


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