Mousse T
Gourmet de Funk
Wer denkt die zwei Welthits "Horny" und "Sex Bomb" von Mustafa Gündogdu alias Mousse T seien stilistisch alles, was er zu bieten habe, der wird von seinem neuen und ersten eigenen Album Gourmet de Funk überrascht.
Mousse T, dessen Büste im deutschen Pavillon auf der Expo 2000 neben Persönlichkeiten wie Einstein die Besucher anlächeln durfte, zählt zu den wenigen weltweit renommierten Künstlern aus Deutschland. Nicht nur, dass er für Namen der großen Popwelt, wie Michael Jackson, den Backstreet Boys, Simply Red und Toni Braxton Remixes anfertigte, nein er wurde auch als erster Europäer für einen Grammy nominiert. Doch das Remixen ist nicht alles was der 36-jährige beherrscht. Er produzierte das neue Album von Funk Bassist Bootsy Collins. Nebenbei ist er beteiligt an dem Label Peppermint Jam, das er mit einer Verbindung von feinen House Vibes, druckvollem Dancefloor Schub und Charts Kompabilität auf Erfolgskurs führte. Ein Beispiel der guten Arbeit von Peppermint Jam sind Hits wie "Horny", oder der sehr erfolgreiche Remix des Songs „Sing It back“ von Moloko.
Zusammenfassend kann man wohl Mousse t als hervorragenden Dj, Producer und Songschreiber bezeichnen. Dementsprechend groß war, vor der Veröffentlichung seines ersten Albums, der Druck für ihn, ob es ihm gelingen würde seine sehr guten musikalischen Fähigkeiten erwartungsgemäß umzusetzen. Der Hörer des Albums wird erfreut sein über die Vielfalt des Albums, das sich als Perle der Popmusik erweißt, in einer Zeit eher schlechter Popmassenproduktionen. Man erkennt gut das Mousse T auf Qualität achtet und chilligen R`n`B mit House und Funk der alten Schule verbindet. Er sagte selbst dazu, er wollte seine musikalischen Wurzeln auf dem Album verarbeiten und diese wären nun mal R'n'B und Funk. Sehr schön an dem Album ist auch die abwechslungsreiche Instrumentalisierung. Die erste Auskopplung des Albums heißt "Fire", welches Mousse T mit der Unterstützung von Errol geschrieben hat.
Gesungen wird das Lied von Emma Linford, die man schon aus dem Projekt Hot'n'Juice vs. Mousse T kennt. Dem Trio gelingt es, das Stück so zu gestalten, dass es einen Vergleich mit dem frühen Soul und seiner Originalität nicht zu scheuen braucht. Für den Song "One Touch" hat sich Mousse T Unterstützung von Rosie Gaines geholt, welche schon bei dem weltberühmten Album von Prince Diamands and Pearls mitgewirkt hat.
Sie hat den Song geschrieben und gesungen und man merkt diesem Stück an, dass wahre Profis daran gebastelt haben. Obwohl beide sich nie im Studio getroffen haben, haben sie zusammen einen Super Track auf dem Album hinterlassen. Auch fügt Mousse T eine neue Version des Klassikers „Johnny come Home“ von den Fine Young Cannibals seinem Album hinzu. Dabei hat im kein anderer als der Frontman der Fine Young Cannibals selbst, Roland Gift geholfen und den Track eingesungen. Was vor allem positiv überrascht, sind die Versionen der Hits "Horny" und "Sexbomb". Nicht wie andere Stars hat sich Mousse T auf seinem Ruhm ausgeruht und die Tracks in der alten Version mit aufs Album gesetzt, sondern sie bearbeitet und mit einen neuen Klang versehen hat. "Horny" hat er mit einem 40er-jahre Arrangement versehen und bei "Sexbomb" swingt jetzt Tom Johns über die Bühne.
Alles in allem ein Album, das mit seiner qualitativen hochwertigen Vielseitigkeit dem Pop endlich mal wieder Farbe gegeben hat und mehr auf Stil als auf Image achtet.
<moritz scholz>
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mousse t
[ babylon ]
19.12.02
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