Nass aber Fett
eigentlich war ja schon im vornherein klar, dass auch diesmal das
wetter nicht mitspielen würde. nicht nur die drohende voraussage
des wetterdienstes, auch die erfahrung der letzen open airs hätten
mir warnung genug sein sollen. ich idiot gab mich trotzdem meiner
gutgläubigkeit hin und marschierte trotzig ohne schirm, und nur
mit t-shirt bewaffnet zum königsplatz. nur gut, dass man sich dort
als medienvertreter jederzeit in das überdachte pressezelt zurückziehen
konnte, wo man vor dem regen geschützt war. außerdem war die bühne
vom zelt nur ein paar meter entfernt, so dass man in ruhe beobachten
konnte, was und wer sich dort alles so abspielte.
zunächst
war hier nicht viel zu sehen. die support-acts wie patrice
und les babacools taten sich schwer um zur mittagszeit etwas
partystimmung auf den königsplatz zu zaubern. was wohl daran lag,
dass sich viele erst noch von der party der letzten nacht erholen
mussten. die meisten besucher schlurften jedenfalls erst nachmittags
herbei. wer steht auch gerne am sonntag morgen auf...? auch kung
fu gelang es trotz eines ordentlichen auftritts nicht, die
müden massen zu ausgelassenen hupforgien zu animieren - zumal die
hamburger mit ihrem trockenen indie-rock zwischen all den hip hop-combos
sowieso recht deplaziert wirkten.
erst mit der überzeugenden show der lokalmatadoren main concept
kam bewegung in das größtenteils recht junge publikum. die legte
sich bei storm & the jazzy project
allerdings wieder recht schnell. mit ihrer eigenwilligen (und hierzulande
recht unbekannten) hip hop - tanzshow konnte die formation auf dem
königsplatz keinen blumentopf, geschweige denn neue fans
gewinnen. schade, denn die tänzerischen fähigkeiten der truppe sind
erstaunlich. mittlerweile füllte sich der platz vor der bühne, die
fans wurden munterer und so langsam beendete auch der regen seine
dauerpräsenz. perfektes timing, denn jetzt wurde es schließlich
"time for stars". als erster war afrob
mit seiner "rolle mit hip hop" an der reihe. der stuttgarter mc
bot eine solide show und traute sich kein einziges mal, seine dicke
brille abzunehmen. er hatte wohl angst, dass einige münchner polizisten
vom zustand seiner augen auf seinen übermäßigen illegalen gebrauch
von lustigen gräsern schließen würden.
für lustige gräser ist natürlich auch samy
deluxe, seines zeichens mc bei dynamite deluxe,
immer zu haben. kein wunder, das auch er mit leicht geröteten augen
die bühne enterte. überhaupt soll der marihuana-konsum bei allen
bands extrem hohe ausmaße gehabt haben - wenn man dem zitat eines
crew-mitarbeiters im backstagebereich glauben schenken darf. "da
wirst du schon beim durchgehen high". hoch hinaus wollen ja auch
dynamite deluxe, die derzeit sämtliche festivalbühnen deutschlands
mit ihrem rauchgeschwängerten hip hop berauschen äääh bereichern.
und die chancen stehen gut, denn mit den eindrucksvollen freestyle-rhymes
von samy deluxe und den fetten beats von kollege dj tropf sorgten
dynamite deluxe endlich für die erhoffte partystimmung. klar, dass
die kiffer-hymmne "grüne brille" auf der bühne und davor am frenetischsten
abgefeiert wurde.
den absoluten höhe- und schlusspunkt durften dann die reimkönige
absolute beginner setzen. mit "hammerhart"
eröffneten eisfeldt, denyo & co. ihre live-show, die an perfektion
wohl kaum zu übertreffen ist. alle hits wurden komplett geliefert,
teilweise auch in der remix-version aus dem aktuellen beginner-album
"boombule". konzentriert, routiniert, cool - die beginner waren
klasse und spätestens bei "füchse" hüpfte auch der letze besucher
eifrig mit. pünktlich um 22 uhr beendeten die hamburger reimkicker
nach knapp 90 minuten schließlich ihr set, und die durchschwitzte
menge - inklusive dem munichx.de soundredakteur - war restlos bedient
und glücklich.
zwischen
den bands konnte man sich immer wieder die künste verschiedener
graffiti-sprayer anschauen, darunter die solcher internationaler
größen wie cmp, mode 2, darco oder den münchnern z-rok, und cemmoz.
natürlich gab´s auch zahlreiche stände und imbiss-stätten, wobei
ich dm 8,- für einen döner schon etwas überteuert finde. insgesamt
kann das oben ohne open air durchaus als erfolg gewertet werden.
die kids feierten friedlich ihre party und größere probleme bei
der organisation gab's nicht. und auch wenn die 5-minuten dankessansage
des kjr-vorsitzenden christian müller
mehr als überflüssig war - vor allem da sich keiner dafür interessiert
hat - muss dem kjr für sein engagement und die gelungene organisation
ein lob ausgesprochen werden. hoffentlich wird das königsplatz open
air zu einer beständigen veranstaltung, die auch in den nächsten
jahren mit ähnlich guten bands aufwarten kann.
zu guter letzt bleibt nur die frage, wo eigentlich ob und schirmherr
christian ude abgeblieben war, der eine große performance
angekündigt hatte. laut insider-informationen soll er backstage
im innigen gespräch mit eisfeldt gesehen worden sein - mit einem
dicken joint in der hand. das münchner rathaus konnte diese gerüchte
weder bestätigen noch dementieren... .
<cn>
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