Senor Coconut
Jubel, Trubel, Heiterkeit
Dienstags geht im Atomic gern mal der Fez ab, wenn vertraute Gesichter an den Plattentischen Latinostimmung produzieren.
Und zwar so richtig, fern von dem viel zu oft gehörten endlos Geseier von Buena Vista, nein, die Profis ziehen da Songs
raus, bei denen selbst um Punkt 21 Uhr im leeren Laden die Füsse anfangen zu zucken. Aber damit nicht genug, diese
Woche standen auf der gar nicht so grossen Bühne ein Haufen bekannt und auch fremdartig wirkender Instrumente. Und
als der Laden dann schon bebte vor Spannung, ging es los. So richtig. Die sechsköpfige Combo "Senor Cococnut y su
conjunto" schlängelte sich durch den gut gefüllten Laden, betrat die Bühne und klimperte so überzeugend los, dass
sie schon am Ende des ersten Songs die Meute in der Hand hatte.
Die Kombination aus den lange nicht mehr gehörten smoothigen Kraftwerk-Tönen mit lebenslustigem Salsa oder
ChaChaCha oder Merengue wirkte wie ein musikalischer Sonnentag am Strand mit leichten Wind in den Palmen. Ob das
sanfte "The Robots" oder das mitreissendere "Tour de France", die südamerikanischen Klamotten standen dem auf Dauer
gern mal eintönigem Elektrosound gut zu Gesicht. Am Rande der Bühne ein Herr mit Apple-Laptop, der konzentriert das
Geschehen verfolgt. Erst nachdem er zum dritten Mal von dem Sänger, einem smarten Venezuelaner als "maestro" betitelt
wird, ist es dann allen klar: Das ist Senor Cococnut, das technische Gehirn der Mission. Der Deutsche hat in seiner
Wahlheimat Chile wirklich einen guten Spaß entwickelt, zweimal johlte und pfiff der Laden, um sich noch und noch einen
Song anzuhören. Und es hätte ewig so weitergehen können. Aber nach der zweiten Zugabe fing das DJ-Trio elegant die
Menge und ihre Stimmung auf und legte derart ansteckend los, dass kaum jemand nach dem Konzert das Atomic verliess.
Der Dienstag abend hat sich gelohnt! <nina bludau>
die cds und mehr von Senor Coconut gibt's [ hier ]
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