Steve Vai
Elserhalle (Georg-Elser-Halle) München
wer ihn je auf der bühne erlebt hat, wird das so schnell nicht vergessen.
denn da ist steve vai gott. ein kleines, dürres männchenmit langen, braunen haaren und roter sonnenbrille, das sein instrument beherrscht wie kein zweiter.
das wieselflinke soli spielt, ihm wahnwitzige töne entlockt und am liebsten völlig frei improvisiert.
kurzum: eine lehrstunde für alle gitarrenliebhaber und solche, die es werden wollen.
genau das setzt sich auf seiner anstehenden herbsttournee fort, die der extrem-techniker aus long island, new york, mit seiner backing-band the breed bestreitet:
billy sheehan am bass, tony macalpine an keyboards und gitarre, jeremy colson an den drums
sowie dave weiner als rhythmus-gitarrist. eine exquisite kapelle, die auf
höchstem niveau operiert und mit der vai auch sein aktuelles werk
"real illusions: reflections" eingespielt hat.
der auftakt zu einer trilogie über "einen menschen, der aufgrund seiner lebensumstände
langsam wahnsinnig wird", wie vai erklärt.
"wir erleben die welt durch seine augen. und da er ziemlich verwirrt ist, sind seine wahrnehmungen eher metaphysisch. im grunde ist es also eine umfassende geschichte darüber, dass das leben ein
endloser prozess von problemlösungen ist, an denen wir uns messen lassen müssen."
was der 45jährige einmal mehr auf virtuose weise umsetzt - mit einem arsenal aus ultraschnellen licks, mehrstimmigen harmonizer-parts, exzessivem whammy-einsatz, freier improvisation,
zahlreichen effekten, und, und, und. der große griff in die trickkiste.
zunächst als schüler des großen joe satriani, dann als student der renommierten berklee school of music in boston und schließlich als zögling und bandgitarrist von frank zappa. er ersetzte yngwie malmsteen in der metal-band alcatrazz, nahm zwei alben mit ex-van halen-frontmann david lee
roth auf ("eat ´em & smile", "skyscraper") und heuerte 1989 bei
whitesnake an ("slip of the tongue").
ein jahr später machte er sich selbstständig und legte in den 90er jahren eine reihe von solo-alben vor, die nicht nur mit kritikerlob und grammy-nominierungen bedacht wurden, sondern auch nie
geahnte kommerzielle erfolge feierten. allen voran "passion and warfare" (1990), "fire garden" (1995) und "the ultra zone" (1999).
ein echter workaholic, der bei all seinen aktivitäten jedoch nie das
wesentliche aus den augen verliert: sein eigenes spiel immer weiter
voranzutreiben, grenzen auszuloten, zu durchbrechen und mit immer
neuen innovationen aufzuwarten. "die gitarre entwickelt sich stetig
weiter und wird allein deshalb das wichtigste instrument der
rockmusik bleiben", sagt er. "du kannst einfach wahnsinnig viel mit
ihr anstellen - und die möglichkeiten sind noch längst nicht erschöpft.
auch, wenn ich noch so hart daran arbeite."
<petra caruso>
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Steve Vai - Elserhalle (Georg-Elser-Halle)
wann: 27.09.2005
einlass: 19.30h
beginn: 20h
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