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JULIAN ROSEFELDT - Akademie der Schönen Künste - münchen

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Di, 14.09.21 bis So 28.10.12

JULIAN ROSEFELDTAmerican Night. Filminstallationen 2008-2011. Der in Berlin lebende Künstler Julian Rosefeldt (geb. 1965 in München) gehört zu den international wichtigsten Vertretern eines opulent inszenierten Kunstfilms, der nicht im Kino, sondern in Museen zeitgenössischer Kunst zuhause ist. Erstmals sind nun in München seine jüngsten Filminstallationen zu sehen, die deutsche und amerikanische Mythen thematisieren und das Kino als Illusions- und Mythenmaschine feiern.

Die 4-Kanal-Filminstallation The Shift (2008), inszeniert im Stil eines Science Fiction-Films, zeigt eine postindustrielle Welt, in der ein einsamer Nachtwächter in einem System technischer Räume verschiedene sinnlose Kontrollgänge ausführt. Rosefeldt zieht hier eine Parallele zur Gegenwart, in der die Technik in ihrer Komplexität vom einzelnen Menschen nicht mehr verstanden werden kann. The Shift – ursprünglich im Auftrag der Berliner Schaubühne als bildkünstlerischer Prolog zu einer Inszenierung Thomas Ostermeiers geschaffen – ist auch eine Auseinandersetzung des Künstlers mit der Frage, inwieweit im Kino produzierte Mythen Einfluss auf die Gestaltung unserer Umwelt und unsere Alltagsrituale haben – ein Leitmotiv in Rosefeldts Werk. In The Shift widmet er sich dem Science-Fiction-Genre und benutzte für die Tonspur u.a. Tonfragmente aus Stanley Kubricks 2001 – A Space Odyssey (1968) und Andrej Tarkovskijs Solaris (1972). Im Gegensatz zum Kinofilm mit seiner narrativen Struktur sind Rosefeldts Installationen jedoch zyklische Versuchsanordnungen. Dem Loop der Filminstallation entspricht das zielstrebige, doch sinnlose Handeln des Protagonisten, der in einer zyklischen Struktur absurder Arbeitsrituale gefangen zu sein scheint, aus der es längst kein Entrinnen mehr gibt. Stephan Berg, der Leiter des Kunstmuseums Bonn, schreibt hierzu, The Shift handle "von der Welt als einem undurchschaubaren System, das sich soweit verselbständigt hat, dass es den Menschen, der nurmehr in sinnlosen Kreisläufen umherirrt, nicht mehr braucht."

Auch die 5-Kanal-Installation American Night (2009) widmet sich Kinomythen und ihrem Nachhall in Gesellschaft und Politik der Gegenwart. American Night, koproduziert von der Bienal de Canarias und dem Kuntsmuseum Bonn, ist eine Hommage an den Westernfilm und zeigt auf, inwieweit der dort propagierte "myth of the frontier" und Werte wie z.B. das Recht auf eine eigene Waffe bis heute das außenpolitische Gebaren und das kulturelle Selbstverständnis der USA beeinflussen. Stephan Berg schreibt über American Night: "In diesem opulent auftrumpfenden Hauptwerk ist vieles gebündelt, was Rosefeldts Werk insgesamt auszeichnet: Die Lust an einer barocken Inszenierung, die das Moment der Überwältigung mit der Strategie der Desillusionierung kurzschließt. Die Idee einer zeiträumlichen Zyklizität, in der alle Bewegung schlussendlich doch keine Entwicklung bedeutet, und daraus resultierend: Die Verlorenheit des Individuums, das nicht mehr souverän über sich und die Welt verfügt, sondern als Marionette an den Fäden eines demiurgischen Regisseurs oder sich verselbständigender Systeme zappelt."

Die jüngste Arbeit in der Ausstellung Meine Heimat ist ein düsteres, wolkenverhangenes Land (2011) wurde koproduziert vom Jüdischen Museum Berlin. Die 4-Kanal-Filminstallation thematisiert die literarisch und künstlerisch vielfach bezeugte Liebe der Deutschen zum Wald. In unserem nationalen Selbstverständnis ist der Wald ein stetig wiederkehrendes Motiv – beginnend bei Tacitus' Germania, über die Märchen der Gebrüder Grimm, den Naturkult der Nationalsozialisten bis hin zur Angst vor dem „Waldsterben“ der 1980er Jahre und dem heutigen Konzept des „Waldkindergartens“. In einem hyptnotisierenden Bilderreigen voller Komik entlarvt Rosefeldt, wie sich diese im Waldmythos begründete Naturliebe bis in die jüngste Zeit nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima politisch und gesellschaftlich manifestiert.

"Selten ist uns unsere sich in einer kulissenhaften Endlosschleife bewegende Monadenexistenz so virtuos, unterhaltsam und zugleich hintergründig vorgeführt worden, wie in den Welten, die Julian Rosefeldt für uns erschafft." (Stephan Berg)

In Kooperation mit der Sammlung Goetz.





Adresse:

Akademie der Schönen Künste
Max-Joseph-Platz 3
80539 münchen

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