SCOTT GROOVES (DBR/ NATURAL MIDI/ SOMA/ DETROIT), PATRICE SCOTT (SISTRUM/ DETROIT), Plus: RILLENFIEBER mit RAINER LUXUS UND MICHAEL FISCHER. Detroit. Die Annalen des Techno sind voll davon. Geschichten und Legenden ranken sich um die rußverschmierten Anfänge des Sounds der Maschinen, der vor nun schon über zwanzig Jahren aus den Auspuffrohren Motorcitys schlüpfte, wuchs und verbreitete. Die spezielle Klangästhetik, für die Detroit heute immer noch allein steht, ist längst zum Markennamen, zur Referenzgröße avanciert. So wie man nach einem „Tempo“ fragt wenn die Nase läuft, sagt man „Detroit“, wenn es warm und dreckig kratzt, wenn das ungehauene Gestein Techno aus analogen Maschinen so soulful übers Trommelfell schnurrt, dass man hundert Jahre Black Music mitschwingen fühlt. SCOTT GROOVES ist einer der wichtigsten Vertreter dieses Sounds. Seit den frühen Neunzigern mit dabei, beeinflussten ihn vor allem seine Kumpels Kevin Saunderson und Jeff „The Wizard“ Mills in seinem musikalischen Werdegang, immerhin wurde er recht bald Keyboarder der legendären INNER CITY („Good Life“, ihr wisst doch noch...). Sein erstes Release auf SOMA „A New Day“ schrieb sich genauso in die Geschichte der elektronischen Musik ein, wie das 1998 veröffentlichte „Mothership Reconnection“. Smooth, dunkel und immer mit diesem Jazzdrive zwischen den Beats groovt der gute Mr. GROOVES einfach deeper als die meisten anderen, die sich an dieser Materie versuchen. Auch seine neueren Releases auf NATURAL MIDI zeugen von einem so deepen Understatement, dass man schon nach den ersten Takten weiß, wo der Hammer hängt... Gänsehautmusik. Als Kind einer neuen Generation Detroit gilt PATRICE SCOTT, dessen Label SISTRUM im letzten Jahr so richtig am durchstarten war. „Beyond Deep“ war da schon programmatisch zu verstehen und auch die aktuelle Nummer „Far Away“ fährt ein wie Aspirin Komplex. Schmerzlindernd, nach vorn und ohne Nebenwirkung. Zu den größten Techno-Momenten ever gehört zudem zweifellos SCOTT’s fast fünfstündiges Set in einer euphoriegeschwängerten Panoramabar vor zwei Jahren, das einen massenhypnotischen Wahnsinn generierte, wie man ihn bis dahin wirklich selten auf die Ohren bekam. Viele Fans und unzählige Bookings hat er in dieser Nacht gewonnen. Auch die in der Registratur, wo er seit diesem Jahr Resident ist. Detoit in München, ja, heute wird es wieder mal so richtig alte Schule...
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