Balance: Farbe. Schon seit Jahren beobachte ich die Position des Malers und Zeichners Werner Maier. Zunächst kam ich in Berührung mit seinem zeichnerischen Werk. Einige Zeit später zeigte er mir Aquarelle, die ich auch schon andernorts in konzentrierten Sammlungen für Konkrete Kunst entdeckte. Sie wurden dort überaus anerkennend, zunächst als sogenannter Geheimtip aufgenommen und der Künstler gefördert. Die Machart dieser Aquarelle blieben dem Betrachter immer ein Rätsel; selbstverständlich gab Werner Maier dieses auch nie preis. Was in seinen differenzierten Arbeiten jedoch zu erkennen war, ist welch geistiges Potential dort eine Form finden wollte. Dem aufmerksamen Betrachter entging es nicht, dass Werner Maier im Begriff war zu einem gewaltigen malerischen Sprung anzusetzen. Sein tiefes Bedürfnis, Farben untereinander in einen ganz eigenen Dialog zu setzen und damit nie dagewesene Klänge, Anmutungen und Räumlichkeiten zu kreieren, entlud sich die letzten 2 Jahre in einer rasanten Entwicklung von klein- bis großformatigen Arbeiten in Öl auf Leinwand. Schnell griffen die ersten vergleichenden Reaktionen der eiligen Blicke nicht mehr und ebenso schnell wurde klar, dass Werner Maier mit diesen Bildern zwar einer Tradition folgte, aber etwas durchaus Neues entflammte. Sicher zielt Werner Maier auf eine gewisse Balance ab, allerdings besteht diese Balance darin, Gegensätze niemals gänzlich in eine Symbiose zu zwingen, sondern nur in die Nähe einer solchen zu bringen. Dadurch entstehen Freiräume und Spannungen, die stets die Unterschiedlichkeit der verschiedenen Farb- und Auftragswirkungen aufzeichnen, aber nur durch ihre ausgewogene Setzung sichtbar machen. Also quasi die Ruhe in der Unruhe, die Harmonie der Gegensätze, in ihrer Anmutung ernst und teils heiter zugleich. Eben ein konstanter Dialog des Materials. Dass er hierfür nur bestes Material verwendet und seine Arbeiten auch durch die hochwertige Verarbeitung bestechen, unterstreicht sein basiertes Können und lädt zusätzlich zu einer freudigen Betrachtung ein.
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