"vis-à-vis"
Bill Thompson wurde 1957 in Ipswich, USA geboren, er lebt und arbeitet in Boston, USA.
Die Arbeit von Thompson, ursprünglich ein minimalistischer Maler, ist im Laufe des letzten Jahrzehnts in zunehmendem Maße dreidimensional geworden. Heute ist sie fest im Bereich des Skulpturalen verankert. Der Künstler sieht seine Arbeit als eine ständige Suche nach den elementarsten und plastischsten Formen, die als Vehikel für seine malerische Leidenschaft für Farbe dienen können. Während der Prozess, der zu diesen glänzenden und sinnlichen Objekten führt, komplex und zeitaufwändig ist, möchte Thompson, dass die Resultate so erscheinen, als seien sie mühelos und auf natürliche Weise geschaffen worden.
„Angezogen von der Einfachheit und der ihr innewohnenden Schönheit, suche ich permanent nach noch präziseren Wegen, eine Form zu artikulieren. Die Tatsache, dass ich eine Form "artikulieren" möchte, bedeutet, dass ein perfekter Kreis oder ein symmetrisches Oval nicht ausreichen. Es muss ein bestimmendes und daher einzigartiges Merkmal geben; dabei muss das Resultat subtil sein und keine Assoziationen wecken. Meine Hand will diesen Kreis malen, aber mein Kopf beschwört mich, den Kreis auszuschmücken, ja ihm eine weitere Dimension zu geben. Die Lösung scheint immer irgendwo zwischen diesen beiden Impulsen zu liegen.“
Jus Juchtmans wurde 1952 in Morstel geboren, er lebt und arbeitet in Antwerpen, Belgien.
Jus Juchtmans Gemälde treten dem Betrachter als farbige Flächen entgegen, die, vor allem dann, wenn sie aus größerer Distanz wahrgenommen werden, wie Fenster wirken, die den Blick in einen anderen Raum freigeben. Dieser Eindruck ergibt sich aus zwei eigentümlichen Eigenschaften der Bilder: einerseits aufgrund ihrer hoch glänzenden Oberflächen, die den Raum, in dem sich die Bilder befinden, wie in einer Milchglasscheibe reflektieren, und andererseits ihrer differenzierten farbigen Beschaffenheit wegen, die zumindest Assoziationen an bestimmte Formen, die wiederum auf Gegenständliches zu verweisen scheinen, ermöglicht. Bei einer Betrachtung aus näherer Distanz verschiebt sich dieser Eindruck in spezifischer Weise. Denn in dem Maße, wie das Gemälde nun vor allem den es Betrachtenden reflektiert, erscheint dieses reflektierte Bild gewissermaßen in den Bildraum hineingezogen und tritt hier, vielfach gebrochen, als ein Motiv auf, wird also Teil des Bildes, solange es betrachtet wird. Dabei erfährt der Betrachter sein reflektiertes Bild als ein Phänomen, das gleichermaßen durch ihn selbst wie durch die Malerei konstituiert ist: als ein virtuelles Bild in einem farbigen Lichtraum, den das Gemälde zwischen seiner Oberfläche und dem Bildgrund aufzuspannen scheint.
Prof. Dr. Michael Fehr
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