Der dritte Teil der Sammelbilder widmet sich einem Thema, das auf den ersten Blick besser in ein Volkskundemuseum passen würde. "Dirndl, Truhen, Edelweiss – Die Volkskunst der Wallachs" erzählt, wie die beiden aus Westfalen stammenden Brüder Moritz und Julius Wallach mit ihrem im Jahr 1900 gegründeten "Volkskunsthaus" zu den prägenden Mitbegründern einer Volkskunst-Mode wurden. Mit ihren Verkaufsräumen und dem angeschlossenen Volkskunstmuseum wurde "Wallach" zu dem Synonym bayerischen Wohn- und Kleidungsstils. Die Ausstellung mit zahlreichen Leihgaben, vor allem von in den USA lebenden Nachfahren, verfolgt den Lebensweg der Gründer, ihre Verbundenheit mit Königshaus und Künstlern, aber auch Arisierung, Emigration und den erfolgreichen Wiederaufbau des Hauses nach 1945.
Moritz und Julius Wallach haben sich mit ihrem "Haus für Volkskunst und Tracht" (1900-2004) weit über die Stadtgrenze Münchens hinaus einen Namen gemacht. Die westfälischen Kaufleute trugen eine umfassende Sammlung europäischer Volkskunst zusammen und präsentierten sie in einem "Volkskunsthaus", das in den 1920ern zu Münchens Sehenswürdigkeiten gehörte. Vor allem mit Stoffdrucken eigener Fabrikation entwickelten sie einen unverwechselbaren Stil. Ihre Dirndl wurden im Zuge der Begeisterung für die Operette "Im Weißen Rössl" ab 1930 weltbekannt, die Familienangehörigen waren jedoch gezwungen NS-Deutschland zu verlassen.
Die Ausstellung fragt nach den Firmengründern, ihren Unternehmen und ihrer Sammelleidenschaft. Sie präsentiert Volkskunst, Möbel, Wallach-Drucke und Kleider, Persönliches und Geschäftliches aus dem Familiennachlass in den USA, dem Firmennachlass und dem Besitz ehemaliger Kunden.
Kuratorin der Ausstellung: Monika Ständecke
Öffnungszeiten:
Dienstag-Sonntag: 10-18 Uhr