"DAS UNRETTBARE ICH" - WERKE AUS DER ALBERTINA. Egon Schiele zählt zu den wichtigsten Vertretern des „Österreichischen Expressionismus“. Seine künstlerischen Strategien geraten jedoch häufig aus dem Blick – zu spektakulär erscheint Schieles Biografie: die turbulente Beziehung zu dem Modell Wally, der Aufenthalt im Gefängnis sowie sein früher Tod. Diese Ausstellung bietet eine Revision des noch immer weit verbreiteten Künstlermythos Schiele und eröffnet einen neuen Zugang zu seinem Werk: Sie verlagert den Schwerpunkt von der Biografie auf die Kunst in ihrem zeitgenössischen Kontext. Die Auseinandersetzung mit der Krise des Individuums, damals schon unter dem Motto „Das unrettbare Ich“ zusammengefasst, nimmt darin eine herausragende Stellung ein. Denn „unrettbar“ scheint das krisengeplagte Wien um 1900 überhaupt zu sein: Kollektive und individuelle Identitäten, die Bedeutung der Sprache, die Wahrnehmung der Natur sowie das gesamte tradierte Weltbild werden in Frage gestellt. Doch hatten gerade diese Krisen ein enormes ästhetisches Potential. In dieser Ausstellung zeigen wir die Bilder deshalb nicht chronologisch oder nach den dargestellten Motiven, sondern nach Themen gruppiert, die Schieles Auseinandersetzung mit dem kulturellen
Diskurs seiner Zeit widerspiegeln. Durch die Gegenüberstellung von Bildern und Auszügen aus Schieles Gedichten wird seine Beschäftigung mit den jeweiligen Themen in unterschiedlichen Medien aufgezeigt.
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