Launische Diven und schrullige Typen, verwegene Liebhaber und gerissene Gauner, schillernde Könige der Unterwelt wie naive Träumer und verknallte Pärchen werfen ihre Schatten voraus: denn über 100 fabelhafte Geschichten verwandeln in sieben Münchner Filmtheatern den August in einen bunten, abwechslungsreichen Kinomonat. Bei den 60. Münchner Filmkunstwochen gibt es vom 1. bis 22. August reichlich Filmkunst (wieder) zu entdecken, während andere Kulturinstitutionen ihre Pforten für die Sommerpause schließen.
Bei über 100 Filmen gilt das bewährte Filmkunstwochen-Prinzip: Jeder Titel ist eine persönliche Empfehlung der teilnehmenden Kinomacher an das Münchner Publikum. Bei der diesjährigen Programmauswahl gaben die Jubiläen einzelner Häuser (60 Jahre Isabella, 100 Jahre Neues Arena) sowie der Filmkunstwochen selbst Anlass, die Filmgeschichte nach beliebten Klassikern und (fast) vergessenen Perlen, stilbildenden Streifen und wahren Kultfilmen zu durchforsten. Gewürzt mit einem guten Schuss Woody Allen und aufstrebenden Regietalenten, einer Prise Previews sowie dem Sehenswertesten, was die vergangene Saison zu bieten hatte, ergibt sich ein Füllhorn filmischer Unterhaltung, das in seiner Breite in unseren Graden aktuell auf der Leinwand unerreicht sein dürfte.
Das Ganze haben wir in mittlerweile mehrjähriger Filmkunstwochen-Tradition auch inhaltlich wieder in Themenreihen zusammengefasst, damit man sich wie gewohnt einfach durch das Programm treiben und inspirieren lassen kann. Dabei ist zu entdecken, dass der berühmte Schritt zu weit mal die Grenzen des Möglichen überwindet und mal zum Fall in den Abgrund führt, dass Musik auch immer Subkultur und Identität verheißt, dass Film in allen Dekaden gesellschaftskritisch sein kann und muss, und dass „unter einem Dach“ der Freund zum Feind, der Lover zum Mörder und der Bad Boy zum Kumpel werden kann. Die „Scharfgestellt“-Porträts gehen in die zweite Runde, ein Haufen harter Hunde findet sich im Kino ein – und zwischen Transition und totalem Weltuntergang passt auch immer noch ein Film!
Besonders freuen wir uns auf den diesjährigen Eröffnungsabend am 1.8., diesmal im Rio Filmpalast, mit einer exklusiven Vorpremiere des neuesten Films von Leos Carax, „Holy Motors“. Ein Meisterwerk der modernen Filmkunst, das – wir zitieren SZ-Redakteur Tobias Kniebe: „ein Trip an die Grenzen des Kinos und noch ein wenig darüber hinaus“ – aus unserer Sicht genau den Charakter und Anspruch der Filmkunstwochen spiegelt. Tickets für die feierliche Eröffnung sind an der Kinokasse im Rio Filmpalast erhältlich.
Aus unserer Sicht stehen die Filmkunstwochen weiterhin für den Filmgenuss an dem Ort, wo er am intensivsten ist, dem Kino. Dies war vor 60 Jahren so, als die Filmkunstwochen vom legendären Fritz Falter und seinen Mitstreitern geschaffen wurden, und diese Tradition soll auch in Zukunft die Filmkunstwochen prägen. Über den Begriff „Filmkunst“ darf – wie immer – kontrovers diskutiert werden, doch eins ist sicher: Der Kinobesuch bietet immer noch das packendste Filmerlebnis, und das darf in München einmal im Jahr gebührend gefeiert werden!
Veranstaltende Kinos 2012
Neues Arena
Atelier
Monopol
Rio Filmpalast
Neues Rottmann
Studio Isabella
Filmeck Gräfelfing
Ticketinformation
Für alle Filme gilt in allen Häusern der Einheitspreis von 8,- Euro (ermäßigt 7,- Euro). Keine Kinotagspreise.
Außerdem gibt es wieder das beliebte 5+1-Sammelticket: 5 x zahlen, 1 x kostenlos zu den Filmkunstwochen. Die Karte ist auch zu
mehreren nutzbar und gilt nur im Zeitraum der Filmkunstwochen 2012.
Tickets sind für den jeweiligen Film nur im Kino erhältlich, die diesen Film spielt. Ein zentraler Kartenverkauf kann leider nicht
angeboten werden.
programm:
www.filmkunstwochen-muenchen.de
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