nach dem Roman von Abbas Khider. in einer Fassung von Nicole Oder. Regie: Nicole Oder. Der junge Iraker Rasul Hamid, der unter Saddam Hussein im Gefängnis saß, flüchtet vor Krieg und Unterdrückung aus dem Irak. Seine jahrelange Odyssee führt ihn, den jeder wegen seines Aussehens fälschlich für einen Inder hält, über Jordanien, Libyen, Tunesien, die Türkei, Griechenland und Italien schließlich bis nach München. Unterwegs verdingt er sich als Hauslehrer, Gelegenheitsarbeiter, Kellner. Der „Illegale“ scheint vom Unglück verfolgt, wird jedoch immer wieder auf wundersame Weise gerettet.
Zur Regisseurin
Nicole Oder (*1978 in Nürnberg) studierte Politik-, Theaterwissenschaft und Französisch in Erlangen und Paris. Anschließend arbeitete sie zwei Jahre bei der Kommunikationsagentur Pleon für das Bundesministerium der Finanzen und konzipierte die Dauerausstellung für das Zollmuseum in Hamburg. 2006 leitete sie ein Theaterprojekt in einem indischen Stammesdorf bei Kalkutta und lernte 2007 die Theatermacherinnen des Heimathafen Neukölln kennen. Dort ist sie seit 2008 Mitglied der künstlerischen Leitung und Regisseurin, zuletzt für die Neukölln-Trilogie. Ihre Stücke „ArabQueen“ und „Arabboy“ sind im Fischer Theaterverlag erschienen. Nicole Oder war Stipendiatin beim Internationalen Forum des Theatertreffens 2010. Mit „ArabQueen“ gewann sie beim Festival „radikal jung 2011“ am Münchner Volkstheater den Publikumspreis. In der Spielzeit 2011/2012 inszeniert Nicole Oder „Endstation Ewige Heimat“ am Heimathafen Neukölln und „Im Sprung der toten Katze“ von Katja Hensel am Staatstheater Kassel, sie bearbeitet „Ein Kind unserer Zeit“ von Horváth an der Neuen Bühne Senftenberg und adaptiert am Münchner Volkstheater den Roman „Der falsche Inder“ für die Bühne. Es ist ihre erste Arbeit am Münchner Volkstheater.
Zum Autor
Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. 1996 floh er nach einer Verurteilung aufgrund „politischer Motive“ sowie nach einer zweijährigen Gefängnisstrafe aus dem Irak. Von 1996 bis 1999 hielt er sich als illegaler Flüchtling in verschiedenen Ländern auf, seit 2000 lebt er in Deutschland. Er studierte Philosophie und Literaturwissenschaft in München und Potsdam. Für „Der falsche Inder“ erhielt er den Adalbert-von-Chamisso-Förderpreis 2010.
Mitwirkende
Sinan Al-Kuri, Pascal Riedel, Stefan Ruppe
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