Die 25jährige britische Sängerin Mathangi “Maya” Arulpragasam, die sich hinter dem Kürzel M.I.A. verbirgt, ist wohl eine der provokantesten Musikerinnen ihrer Generation. Unlängst ist sie mit ihrem Video zum Song “Born Free” bewusst in die Schlagzeilen geprescht. “Born Free” ist eine neunminütige Gewaltorgie, in der Armeetrupps Häuser und Strassen nach rothaarigen Menschen durchkämmen, die brutal niedergemetzelt werden. Das provokante Werk ist ein eindeutiges Statement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und wieder ein Beispiel, wie sich die junge Sängerin selbst sieht: Als lautstarke, bewusst politische Musikerin.
M.I.A.s Biografie legt diese Entwicklung nahe. Aufgewachsen in Sri Lanka, wurde der Tocher eines tamilischen Revolutionärs Temperament und Leidenschaft quasi in die Wiege gelegt. Als Zehnjährige muss sie mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern wegen des eskalierenden Konflikts in ihrem Heimatland aus Jaffna auf Sri Lanka zurück in ihre Geburtsstadt London ziehen, wo sie zunächst in einer Flüchtlingsunterkunft lebt. Die einzigen Wörter, die sie zu diesem Zeitpunkt kennt – so will es die Legende – sind “Michael”, “Jackson” und “Dance”.
15 Jahre später macht sie am renommierten Londoner Central Saint Martins College Of Art And Design ihren Abschluß in “Fine Art, Film and Video”. Sie feiert Erfolge als (bildende)K ünstlerin, entwirft ein Plattencover für die Band Elastica und reist mit der Band durch die USA, wo sie eine Band-Dokumentation dreht. In dieser Zeit fängt sie auch an Musik zu machen. Von Punk und HipHop inspiriert, nimmt sie erste Demos auf. Ersten Singles folgt 2005 das nach ihrem Vater benannte Album “Arular” (2007 folgt das nach ihrer Mutter benannte zweite Album “Kala”). Sie feiert Erfolge, gewinnt zahlreiche Preise.
Vor knapp zwei Monaten ist mit “Maya” ihr drittes Album erschienen, aus dem nicht nur der eingangs erwähnte Song “Born Free” herausragt. Die Single “XXXO” zeigt sie von ihrer anderen, ausgesprochen poppigen Seite. Wieder bewegen sich ihre Tracks mit den meist politisch aufgeladenen Texten zwischen Pop und Weltmusik, Dancehall, Electro und HipHop.
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