Wer bei Schnee und eisigen Temperaturen in den Süden Italiens eintauchen möchte, wird in der Neuen Pinakothek fündig.
Die Ausstellung der Neuen Pinakothek bietet die Gelegenheit, Neapel und die Landschaften im Süden Italiens in Aufnahmen bedeutender Fotografen des 19. Jahrhunderts kennenzulernen. Hört man von Neapel, steigen sofort Bilder vor dem geistigen Auge auf, gleichgültig, ob man die Stadt aus eigener Anschauung kennt oder nicht. Das Klischee vom sonnigen Süden, von einer üppigen Natur in begünstigtem Klima, von traumhaft schönen Landschaften, dem »dolce far niente«: wenn es einen Ort gibt, mit dem sich all diese Vorstellungen verbinden lassen, dann ist es Neapel.
In der Ausstellung werden 120 Fotografien von zwanzig verschiedenen Fotografen gezeigt. Die Aufnahmen sind im Zeitraum zwischen 1846 und der Wende zum 20. Jahrhundert entstanden. Es ist die Epoche, in der sich das neue Medium auch im Süden der Halbinsel ausbreitete, reisende Fotografen aus England, Frankreich und Deutschland, bald aber auch einheimische Fotokünstler ihre Aufnahmen am Golf von Neapel, in Kampanien und auf Sizilien machten. Sie belegen den Wandel des Blicks von der romantisch gefärbten Vedute hin zur sachlich dokumentierenden Fotografie, die sich mit der beginnenden wissenschaftlichen Erforschung der archäologischen Denkmäler ausbreitete und diese wesentlich förderte. Zu sehen sind Arbeiten von Pionieren der Fotografie wie Calvert Richard Jones, Firmin-Eugène Le Dieu und Gustave Le Gray, darunter seltene Kostbarkeiten wie die Aufnahme des Doms von Syrakus von George Wilson Bridges aus dem Jahr 1846. Im Mittelpunkt aber steht das Werk des deutschen Fotografen Giorgio Sommer, der seit 1856 in Italien lebte und 1857/58 ein Atelier in Neapel gründete, das bald das erfolgreichste in der Stadt war.
Die Ausstellung »Neapel und der Süden. Fotografien 1846-1900« entstand in Zusammenarbeit mit dem renommierten Münchner Fotosammler Dietmar Siegert, aus dessen Beständen die ausgewählten Aufnahmen stammen. Sie bildet den Abschluss einer Reihe von Ausstellungen zu den Anfängen der Fotografie in Italien, die 1996 mit Venedig begonnen, 1997 mit Florenz und 2005 mit Rom fortgesetzt wurde.
Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband im Verlag Hatje Cantz, mit einer Einführung der Fotohistorikerin Dorothea Ritter und Katalogtexten von Dorothea Ritter und Annette Hojer (192 Seiten mit 135 Abbildungen, 39.80 Euro)
Zusätzliche Führungen:
04.03. | 14:00 Uhr – Neapel und der Süden
17.03. | 14:00 Uhr – Zum Abschied. Neapel und der Süden
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