Martin Barre ist seit 1969 Leadgitarrist der britischen Musikgruppe Jethro Tull und gilt in Fachkreisen als einer der besten Rockgitarristen der Welt. Gleichzeitig ist er einer der in der Öffentlichkeit am meisten unterbewerteten und unterschätzten Musiker seines Fachs. Der Grund dafür ist, dass sich der bescheidene Ausnahmekünstler permanent in den Schatten des charismatischen Jethro-Tull-Chefs und Flötenvirtuosen Ian Anderson stellt, obwohl dieser selbst oft darauf hinweist, dass Jethro Tull ohne Barre vielleicht gar nicht mehr existieren würde.
Außer Gitarre beherrscht Barre noch andere Instrumente, darunter auch die Querflöte. Er ließ sich nie von Vorbildern an seinem Instrument leiten, sondern entwickelte seinen eigenen Stil. Dieser besteht unter anderem in seinem Talent Gehörtes handwerklich perfekt nachzuspielen aber dabei eigene Akzente zu setzen. Zu einer Art Markenzeichen wurden spätestens seit Aqualung die messerscharfen Riffs und ausgedehnte Zwischensoli. Sehr ausgeprägt ist das im Titelsong des Tull-Albums Minstrel In The Gallery zu hören.
Martin Barre hat sein Musikerleben vollkommen in den Dienst von Jethro Tull gestellt und ist zur tragenden Säule der Band geworden. Gelegentlich findet er aber auch Zeit an eigenen Projekten zu arbeiten. Das Ergebnis sind inzwischen drei Soloalben in denen er - frei von den Zwängen der Band - seinen Ideen freien Lauf lassen und seine Stärken voll ausspielen kann.
Wie Anderson und fast alle anderen der zahlreichen ehemaligen und aktuellen Jethro-Tull-Mitglieder gab Barre nie Anlass für die im Rock- und Popbusiness obligatorischen Skandalschlagzeilen der Boulevardpresse. Statt dessen macht er ausschließlich durch musikalisches Können auf sich aufmerksam.
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