von Arthur Schnitzler. eine Inszenierung von Martin Kušej. Die Figuren in DAS WEITE LAND sind Menschen, an denen die Zeit vorbeirennt: Zwar führen sie einen Lebensstil auf der Höhe ihrer Zeit, sie produzieren Glühbirnen, fahren schnelle Autos und haben Affären - dennoch halten sie aber an alten Lebensformen fest. Ein Dilemma, das auch sie selbst bemerken und das eine unterschwellige Gereiztheit schürt, die letztendlich im Tod zweier junger Menschen gipfelt.
Es ist die Ungleichzeitigkeit des Gleichzeitigen, von rasanten gesellschaftlichen Entwicklungen einerseits und brüchig gewordenen Formen, unhaltbaren Einstellungen andererseits, die Schnitzler interessiert. Dieses Herausgefallensein aus der Zeit, das Gefühl, nicht vollständig in der Gegenwart zu leben, ist nicht nur verantwortlich für die berühmte Schnitzlersche Ironie, sondern auch für die grundlegende Gereiztheit und Aggressivität dieser wohl gekleideten Menschen.
Eine typische Jahrhundertwende-Thematik – und dennoch eine, die auch heute brandaktuell ist, sagt der Regisseur und neue Intendant des Residenztheaters Martin Kušej: „Ich empfinde Das weite Land deutlich als ,mein‘ Stück, als eine Thematik, die mich tief betrifft und von der ich erst langsam verstehen musste, dass ihr Sinn und ihre Abgründigkeit auch in mir selber angelegt ist. Man kann dieses Stück nur aus einer Lebens-Erfahrung heraus profund begreifen; es spielt in unseren Leben, in unserer Zeit.“
Regie: Martin Kušej, Bühne: Martin Zehetgruber,
mit Gunther Eckes, Thomas Gräßle, Britta Hammelstein, Markus Hering, Juliane Köhler, Shenja Lacher, Eva Mattes, Barbara Melzl, Tobias Moretti, Gerhard Peilstein, Katharina Pichler, August Zirner
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