Die Schweinegrippe kommt. Und hier gibt's den passenden Film zur Einstimmung: Termingerecht zur Pandemie startet diese düstere Schreckensvision, die trotz sichtlich geringer Kosten einen wirklich beklemmenden Grusel hinterlässt. Im Horrorszenario der spanischen Regie-Brüder Alex und David Pastor ist das Virus absolut unaufhaltsam und absolut tödlich. Doch noch schlimmer als das Virus sind die Menschen. Der größte Teil der Erdbevölkerung dürfte der heimtückischen Krankheit bereits zum Opfer gefallen sein. Die Brüder Danny und Brian, Brians Freundin Bobby und Dannys Schulfreundin Kate hatten bislang Glück. Jetzt sitzen sie im Auto und fahren gen Westen, auf der Suche nach einem möglichst abgelegenen Ort zum Überleben.
Im Vergleich zu ähnlichen Epidemie-Dramen wie Danny Boyles '28 Days Later' ist die Schreckensvision der Pastors wesentlich naiver. Verstörend ist 'Carriers' aber trotzdem. Denn dank der eindringlich spielenden jungen Darsteller (allen voran Chris Pine und Piper Perabo) veranschaulicht der Film aufs Drastischste, was passiert, wenn jeder auf sich allein gestellt ist. Wenn jeder Mitmensch eine potentielle Gefahr bedeutet. Wenn keine Autorität mehr zählt und Mitleid tödlich ist. Wie es aussehen kann, wenn der Mensch zur Bestie wird, erklärte William Golding in 'Herr der Fliegen' bereits 1954. Das virtuose US-Debüt der Regisseure aus Barcelona entwirft eine sehr beklemmende, moderne Kinovariation zum gleichen Thema.