Chocolat
Süsses Zeug
Vianne
(Juliette Binoche) und ihre Tochter Anouk (Victoire Thivisol) ziehen in die düstere
Kleinstadt Lansquenet-sous-Tannes. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein,
für 1959 wirkt alles sehr rückständig: Die Männer schaffen an, die Frauen gehorchen
stumm, und sonntags geht man in die Kirche. So will es der puritanische Bürgermeister
der Gemeinde, Comte de Reynaud (Alfred Molina). Doch die Fremde bringt frischen
Wind in die Stadt: Sie eröffnet eine anheimelnde Chocolaterie,
gefüllt mit den unwiderstehlichsten Köstlichkeiten. Die Leckereien wecken die
geheimsten Sehnsüchte der Einheimischen, die seit langem unter dem Regiment des
Bürgermeisters zu leiden haben. Vianne hat nun für jeden die passende Praline
parat, die auf wundersame Weise das Leben des Betreffenden plötzlich glücklich
und erfüllt werden lässt. Plötzlich steht Schokolade für die Verführung schlechthin,
und schnell ist der Schokoladenladen geheimer Mittelpunkt des Ortes. Statt in
der Kirche trifft man sich bei Vianne. Kakao belebt die Sinne, Mandelsplitter
und Marzipan befreien verkrustete Herzen aus ihrer Erstarrung, ein Riegel Blockschokolade
inspiriert zu Lust und Laster.
Regisseur
Lasse Hallström hat seinen neuen, für fünf Oscars nominierten Film "Chocolat"
ganz in dem märchenhaften, poetischen Stil und mit dem bittersüßen Unterton gedreht,
den man bereits aus "Gottes Werk und Teufels Beitrag" kennt. Heraus kam ein Spielfilm
mit einer ganz altmodischen Leichtigkeit und Schwerelosigkeit. Hallström erzählt
sein Märchen in einem zeitlosen Raum, 1959 könnte
es genauso spielen wie hundert Jahre vorher oder auch heute. Das macht "Chocolat"
einerseits unwiderstehlich und universell, aber auch eigentümlich künstlich: Die
wunderschönen Bilder und die langen, ruhigen Einstellungen wirken elegant und
klar, aber auch leblos. Die stilisierte Farbgebung verstärkt das Gleichnishafte
der Geschichte und zwängt die Figuren in ein starres Korsett an Verhaltensweisen:
Vianne ist die geheimnisvolle, immer vor Lebenslust und Gutmenschentum sprühende
Fremde, Molina der engstirnige, bigotte Bösewicht, der natürlich wie alle anderen
am Ende der Macht der Kakaobohne erliegt. Da bleibt zu wenig Platz für eine Entwicklung
der Charaktere – mal abgesehen von der partiellen Bewußtseinserweiterung aller
Akteure nach dem übermäßigen Verzehr von Süßwaren. Den eigentlichen Gehalt von
"Chocolat", den Kampf von Toleranz und Liebe über Kleingeist und überkommene Traditionen,
kann man oft leider nur erahnen.
infos über den film im internet: [ miramax2000.com ]
kinostart: 15. märz 2001
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Komödie, Liebesgeschichte
länge: 121 min
Original: Chocolat
Darsteller:
Juliette Binoche, Lena Olin, Johnny Depp,
Regie:
Lasse Hallström,
Drehuch:
Robert Nelson Jacobs,
Drehjahr: 2000 FSK: 6
Starttermin: [ Offizielle Website ]
wo läuft der film in münchen? [ Chocolat (2000) im kinoprogramm ] Bei amazon.de gibt's [ Soundtrack und Buch ] zum Film
<pg>
klasse! ein traumhafter film! und juliette ist grossartig!
|
 |
|
nett, aber für meinen geschmack zu altbacken!
|
|