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Da Vinci Code

Sakrileg

Da Vinci Code, Kino, Kinoprogramm, München Dan Brown war früher einmal Englischlehrer. Das kann er in seinen verzwickten Verschwörungsthrillern nicht verbergen. Egal ob 'Diabolus', 'Meteor', 'Illuminati' oder der nun verfilmte 'Da Vinci Code' - wie jeder Lehrer traut auch Brown seiner Umwelt nur ein geringes Quantum an Intelligenz zu. Deswegen erklärt er alles doppelt und dreifach, was er sich an mitunter anfangs sogar recht hübschen Verwicklungen hat einfallen lassen. Doch die steten Wiederholungen und langatmigen Exkurse über Gott und die Welt und was diese im Innersten zusammenhält ermüden auch den willigsten Krimifan. Insofern sind die bislang 50 Millionen verkauften 'Sakrileg'-Bände schon ein kleines Wunder. Doch erinnert man sich an Umberto Ecos mit einer ähnlichen Gedankenspielerei versehenes 'Foucaultsches Pendel', das vermutlich am besten verkaufte und am wenigsten gelesene Buch aller Zeiten, muss man resigniert erkennen, dass gegen Verschwörungstheorien zwischen zwei Buchdeckeln offensichtlich im Augenblick kein wirksames Gegengift erhältlich ist.
Regisseur Ron Howard ('A Beautiful Mind', 'Apollo 13') hatte daher bei der filmischen Umsetzung der literarischen Ergüsse des Pädagogen aus Neuengland eine beachtliche Hypothek zu stemmen. Einerseits müssen dem des Romans Unkundigen alle scheinbar wissenschaftlichen Gedankengänge von 'Sakrileg' vermittelt werden. Andererseits wollte Howard einen hübsch fotografierten Actionthriller erzählen, mit temporeichen Verfolgungsjagden, Kugelhagel und rettenswerten Jungfrauen in Bedrängnis. Das hat er auch getan. Und die Szenen, in denen Howard sichtlich so inszenieren konnte, wie er wollte, sind eindeutig die besten des Films. Der Rest besteht aus überflüssigen Monologen über Sein oder Nichtsein des heiligen Grals oder des fiktiven Geheimbundes der Prieuré de Sion. Absurd ausschweifend erörtern dann etwa die Verfolgten während einer hektischen Flucht im Range Rover durch nächtlich-düsteren Wald, ob Jesus nun sterblich war oder nicht. So gerät manche als rasant gedachte Szene zur unfreiwilligen Lachnummer mit dem belebenden Charakter einer Geschichtsstunde im Schulfernsehen.

Da Vinci Code, Kino, Kinoprogramm, München Unglücklicherweise wollte oder sollte sich Howard in seiner Verfilmung zu eng an die ohnehin schon bezüglich der Logik arg holperige Vorlage lehnen. Auf der großen Leinwand rücken jetzt allerdings gedankliche Brüche noch viel stärker ins Blickfeld. Daran mag Browns Märchen vom Familienvater Jesus von Nazareth schuld sein, dessen Frau Maria Magdalena nach seinem Tod eigentlich den Glauben in die Welt tragen sollte - und nicht der ebenfalls auf Da Vincis 'Das letzte Abendmahl' dargestellte spitzbärtige Macho Petrus, der aus der katholischen Kirche einen reaktionären Männerverein geformt hat.
Möglicherweise fallen dramaturgische Schwachstellen in 'Sakrileg' auch einer fatalen Fehlbesetzung wegen so ins Auge: Tom Hanks mag seine beiden Oscars verdient haben und noch so einiges dazu, den fanatischen Symbologen und hypersensiblen, feinnervigen Intellektuellen nimmt man ihm in keiner Minute ab. Eklatant fällt dieser Missgriff auf, sobald die beiden eigentlichen Stars des Films dem Helden Hanks die Show stehlen. Jean Reno als Opus Dei-Anhänger und ehrgeiziger Polizist und der wirklich großartige Paul Bettany als meuchelnder Mönch füllen ihre knapp arrangierten Szenen mit einer Leidenschaft, die den Zuschauer trotz der dürftigen Dialoge tief bewegt. Sir Ian McKellen humpelt zwar als Sir Leigh Teabing wie weiland in 'Richard III.', aber hohe Schauspielkunst ist in 'The Da Vinci Code - Sakrileg' solche Mangelware, dass man sich auch McKellen auf Krücken gerne zum wiederholten Male ansieht.

kinostart: 18. Mai 2006

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genre: Thriller länge: 148 min Original: The Da Vinci Code Darsteller: Tom Hanks, Audrey Tautou, Ian McKellen, The Da Vinci Code - Sakrileg Regie: Ron Howard, The Da Vinci Code - Sakrileg Drehuch: Akiva Goldsman, Drehjahr: 2006 FSK: 12 Starttermin: Offizielle Website ]

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Ich fand das Buch zu langatmig. Der Film bietet zwar etwas mehr Rasanz, hat aber mit deutlichen Schwächen zu kämpfen!

sys-co sagt: e-bert sagt:

Schade, aber mehr war wohl auch nicht aus dem verquasten Stoff zu machen. Aus dem Buch lässt sich nunmal kein actionreicher Film machen.




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Dabei wurden zuletzt folgende Kommentare abgegeben:

 

name:andi_munich
Kommentar:   Ganz unabhängig von der Qualität des hier verfilmten Buches sind die beiden Hauptdarsteller Tom Hanks und Audrey Tautou in diesem Film fehlbesetzt. Hanks wirkt wie in fast allen Filmen naiv (was allerdings auch an der Synchronstimme liegen könnte) und ist damit in der Rolle des Professors unglaubwürdig. Und Tautou nimmt man die taffe Frau hier nicht ganz ab. Die Nebenrollendarsteller sind glaubwürdiger. Der Stoff selbst bauscht wenig zu viel auf. Und am Ende muß man sich die Frage stellen, wieso die katholische Kirche bzw. eine Gruppierung derselben wegen so etwas über so viele Leichen gehen soll. Grundfehler des Films ist doch, das in keiner Weise beweisbar wäre, daß irgendein Sarg mit einer toten drinnen tatsächlich Maria Magdalena wäre geschweige dessen ein Beweis für direkte Nachkommen Christi. Das wäre alles auch nicht mehr als eine mystische These, wofür sich das Morden nicht "lohnen" würde
Bewertung:stern stern 
datum:14.08.2006 14:00

 

name:Sandra
Kommentar:   Ich habe das Buch nicht gelesen und fand den Film und das Thema superspannend. Natürlich kann es sein, dass die Verfilmung des Buches misslungen ist - das kann ich nicht beurteilen. Ansonsten versteh ich die schlechte Kritik überhaupt nicht. Wir alle haben uns sehr gut unterhalten und mitgefiebert. Und auch nach dem Film bot das Thema noch allerlei Gesprächsstoff!
Bewertung:stern stern stern stern stern 
datum:08.06.2006 09:57


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