Das Haus am See
Brieffreundschaft und mehr
Es gibt ihn doch, den einen Menschen, der perfekt zu einem passt. Irgendwo auf Gottes Erdboden wandelt er, und man muss nur lang genug daran glauben, dann klopft er auch schon an die Tür, der Märchenprinz. Hollywoods Romanzen verbreiten seit jeher die reine Lehre der romantischen Liebe. Gefühle, die allen Hindernissen trotzen, mögen eine feine Sache sein. Wenn die Hemmnisse jedoch keine Ozeane oder Familienfehden, sondern gleich ein paar Jahre sind, wird die Geschichte schon bemerkenswerter. Allerdings leider nicht im positiven Sinne.
Die junge Ärztin Kate (Sandra Bullock) zieht aus einem wunderschön an einem kleinen See gelegenen Glashaus aus, um in der nahe gelegenen Großstadt Boston eine neue Stelle anzutreten. Ihrem Nachmieter hinterlässt sie einen Brief. Der, ein sensibler Architekt mit Künstlerseele namens Alex (Keanu Reeves), antwortet ihr in einem Schreiben, verfasst am 14. April 2004. Es ist aber der 14. April 2006. Schon zu unrealistisch? Regisseur Alejandro Agresti geht aber noch weiter. Die beiden beginnen eine Brieffreundschaft und schreiben sich, wie das dann im Kino immer rasch geschieht, sämtliche Herzensnöte von der natürlich äußerst empfindsamen Seele. Der Wunsch nach einem Treffen wird stärker, doch ach, wie arrangieren?! In der Zukunft, in Kates Gegenwart also, soll es stattfinden. Doch irgendwas hat Alex da wohl verwechselt in seinen zwei Jahren Wartezeit auf diese einzige wahre Verabredung seines tristen Bauleiter-Daseins, er taucht zumindest nicht auf.
Man sieht Sandra Bullock gerne dabei zu, wie sie zum wiederholten Male dem unkomplizierten, kumpelhaften Frauentypus gibt, auf den sie seit 'Während du schliefst' abonniert zu sein scheint. Bullock müht sich redlich, auch der sehr unscharf konturierten Kate noch etwas Charakter einzuhauchen. Keanu Reeves hingegen spielt, als wäre er am liebsten gar nicht da. Seine Sätze sagt er auf, als wären sie ihm peinlich. Man kann ihm das angesichts der logischen Leerstellen von 'Das Haus am Meer' schwerlich verübeln.
Denn während es Agresti in der ersten Hälfte dieses sehr stimmungsvoll ausgeleuchteten und mit wunderschönen Aufnahmen des Indian Summer prunkenden Spielfilms noch durch elegante Regieeinfälle über die irrwitzigen Gedankensprünge des Drehbuchs hinwegtäuschen kann, gelingt ihm dies zum Ende hin immer weniger. Der verworrene Plot mit seinen Zeitsprüngen drängt sich unangenehm in den Vordergrund, und die hübschen Bilder stehen nur noch unverbunden nebeneinander. So rührt das obligatorische Happy End letztlich auch wirklich niemanden mehr zu Tränen.
infos über den film & trailer im internet: [ dashausamsee-derfilm.de ]
kinostart: 06. Juli 2006
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Fantasy, Liebesfilm
länge: 98 min
Original: The Lake House
Darsteller:
Keanu Reeves, Sandra Bullock, Shohreh Aghdashloo,
Regie:
Alejandro Agresti,
Drehuch:
David Auburn,
Drehjahr: 2006 FSK: oA
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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Schade, dass der Film so aus den Fugen gerät! Keanu Reeves wirkt gelangweilt und Sandra Bullock müht sich vergeblich!
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Solche Romanzen sind schon ansich nichts für mich, aber diese ist zudem noch verworren und wenig mitreißend!
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