Ein karg möbliertes Zimmer mit einem Spiegel an der Wand, darum dreht sich alles in diesem bemerkenswerten Regiedebüt des Münchner Theaterwissenschafters Rudi Gaul. Nachhaltig verstörend ist die Geschichte, die Gaul in 'Das Zimmer im Spiegel' erzählt: Von der Münchner Jüdin Lisa, die von ihrem arischen Ehemann Karl auf einem Dachboden versteckt wird und dort das Dritte Reich überleben soll. Sehnsüchtig wartet die junge Frau allabendlich auf das vereinbarte Klopfen, langweilt sich durch den Tag, stets bemüht um weitgehende Lautlosigkeit. Als die Besuche Karls ausbleiben, gerät Lisa in Aufruhr. Realität und Traum verschwimmen.
Gaul fordert den Zuschauer mit seinem geschickt arrangierten Kammerspiel in Stummfilm-Manier. Doch dem Sog, den das an Fellini und Bunuel orientiertes Psycho-Drama entwickelt, kann sich niemand entziehen.
Kinostart: 07. Januar 2010
<uf>
Ein genialer und so einfacher Film, der eher an Theater als an Kino erinnert!
Leider ist mir diese sehr statische Insznierumg einfach etwas zu anstrengend!