Der Maschinist
Realität und Wahnsinn
Trevor Reznik sieht aus wie der Tod auf Latschen. Er hat seit einem Jahr keine Minute mehr geschlafen. Das Gesicht ist fahl und eingefallen, der ganze Mann besteht nur noch aus Haut und Knochen. „Wenn du noch dünner wärst“, sagt die Prostituierte Stevie (Jennifer Jason Leigh) in einer Szene zu ihrem spindeldürren Stammkunden Trevor, „dann würdest du gar nicht mehr existieren“. Recht hat sie, und so ist man als Zuschauer in den ersten Minuten überwiegend in Sorge, dass Reznik, der titelgebende Maschinist, in der nächsten Sekunde einfach lautlos in sich zusammenfällt. Christian Bale, den man aus Filmen wie „American Psycho“ oder „Laurel Canyon“ noch als gut genährten, properen All-American-Boy kennt, hat sich hier in die vermutlich bemerkenswerteste Rolle seines Lebens gehungert. Vor lauter Bewunderung ob des gelungenen Method Actings übersieht man jedoch leicht das präzise, subtile und konzentrierte Spiel Bales.
Seine Figur des einsamen, ausgemergelten Maschinenschlossers entdeckt nachts mysteriöse Zettel an seinem Kühlschrank, und auch sonst häufen sich die unerklärlichen Dinge in seinem Leben. Wer ist dieser seltsame Kollege namens Ivan, den außer ihm anscheinend keiner sieht? Wer ist die dunkelhaarige Schönheit im Flughafen-Restaurant, zu der sich Trevor magisch hingezogen fühlt? Geschehen hier wirklich merkwürdige Dinge, oder hat der übernächtigte Fließbandarbeiter einfach nur ein paar Schrauben locker?
Regisseur Brad Anderson („Next Stop Wonderland“) tauchte seinen düsteren, atmosphärisch irgendwo zwischen Kafka und „Fight Club“ angesiedelten Psychothriller in triste Farben wie dunkelgrau und kotbraun. Aufmerksamkeit ist stets dann geboten, wenn sich grellgrüne Farbtupfer in diesem deprimierenden Einerlei finden: Denn seit Hitchcocks „Vertigo“ ist Grün nicht mehr die Farbe der Hoffnung, sondern die von Trauer und Tod. Visuell ist Andersons „Maschinist“ ein echter Leckerbissen. Dass der Film aber so weit über das allgegenwärtige Mittelmaß amerikanischer Produktionen herausragt, liegt nicht zuletzt an dem betörend dichten, clever konstruierten Drehbuch von Scott Kassar, das nach all den verstörenden Geschehnissen rund um den paranoiden Trevor ein erfrischend einfaches und einleuchtendes Ende findet.
infos über den film im internet: [ themachinist.de ]
kinostart: 10. november 2004
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Thriller
länge: 102 min
Original: El machinista
Darsteller:
Christian Bale, Jennifer Jason Leigh, Aitana Sánchez-Gijón,
Regie:
Brad Anderson,
Drehuch:
Scott Kosar,
Drehjahr: 2004 FSK: 16
Starttermin: 11.11.2004 [ Offizielle Website ]
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Absoluter Wahnsinn, der Film! Spannend, überraschend und vor allem eine genial konstruierte Story!
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Super! Ein großarties Drehbuch, das herrvorragend umgesetzt wurde! Hier stimmt einafach alles!
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