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Die fetten Jahre sind vorbei

Das Wunder von Cannes?

Die fetten Jahre sind vorbei, Kino, Kinoprorgamm, München Eigentlich wollte Hans Weingartner nach seinem Debüt „Das weiße Rauschen“ nur „einen kleinen schmutzigen Film über das, was mich bewegt“ drehen. Doch dann wurde er zu den Filmfestspielen nach Cannes eingeladen, und die Probleme begannen. Denn „Die fetten Jahre sind vorbei“ ist nichts weiter als ein kleiner schmutziger Film über ein paar Leute, deren Leben nach einigen recht ereignisreichen Tagen nie mehr dasselbe sein wird wie vorher. Nicht mehr. Nicht „die Auferstehung des deutschen Kinos“. Nicht „die Wiederentdeckung des deutschsprachigen Politfilms“. Aber auch nicht weniger als eine clever gemachte, geschickt zwischen Dreiecksbeziehung, Kidnapping-Thriller, Komödie und politisch verbrämtem Lehrstück oszillierende zweite Arbeit eines zugegeben wirklich talentierten jungen Filmemachers.

Die fetten Jahre sind vorbei, Kino, Kinoprorgamm, München Den Medienrummel außer Acht gelassen, ist „Die fetten Jahre sind vorbei“ tatsächlich ein Film mit Ambition. Aber das revolutionäre Potential, das hier zu entdecken ist, entspricht etwa der Regimekritik von Florian Illies’ neokonservativer Abhandlung „Generation Golf“. Der Österreicher Weingartner wird zwar nicht müde, auf die widerständischen Augenblicke seines Films hinzuweisen. Einer muss es ja tun, denn die schlaumeierischen Phrasen, die sich seine Protagonisten gelegentlich an den Kopf werfen, beeindrucken vielleicht noch politisch unverbildete Gymnasiasten. Andere nicht mehr. Zu naiv-vereinfachend kommen die zu Schlüsselszenen deklarierten Momente daher, zu platt in der Argumentationslinie sind viele Dialoge. Dabei ist Weingartners Ansatz wahrlich ehrenhaft. „Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein“, sang die Hamburger Band „Tocotronic“ in den Anfangs-Neunzigern. Ganz augenscheinlich Weingartners Credo. In den mitunter endlos erscheinenden Monologen seiner Figur Jan, gespielt von Daniel Brühl, spiegelt sich daher nicht nur das Wunschdenken einer frustrierten, sich nach neuen Idealen und „Stahlgewittern“ sehnenden, politisch links der Mitte ausgerichteten Jugend wieder – die Worte Jans sind überaus deutlich die seines Schöpfers Weingartner. Und die Parolen von damals hauen sich die jungen Rebellen von heute mangels neuer Inspiration nochmals um die Ohren, während sie Dahlemer Villen umdekorieren, sich um ein Mädel zanken und schließlich auch noch einen millionenschweren Manager (Burghardt Klaußner) zur Umerziehung auf eine einsame Tiroler Berghütte entführen. Weingartner lässt seinen Darstellern viel Raum, und das exzellente Ensemble nützt diese Möglichkeiten auf beeindruckende Weise. Die Improvisation merkt man vielen Szenen an, sie verleiht dem Film die notwendige Authentizität und jugendliche Frische. Politisch glaubwürdiger wird „Die fetten Jahre sind vorbei“ dadurch aber nicht.

infos über den film im internet: [ diefettenjahre.de ]

kinostart: 25. november 2004

Die fetten Jahre sind vorbei - Trailer

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genre: Tragikomödie länge: 129 min Original: Die fetten Jahre sind vorbei Darsteller: Daniel Brühl, Julia Jentsch, Stipe Erceg, Die fetten Jahre sind vorbei Regie: Hans Weingartner, Die fetten Jahre sind vorbei Drehuch: Katharina Held, Hans Weingartner, Drehjahr: 2004 FSK: 12 Starttermin: 25.11.2004 Offizielle Website ]

wo läuft der film in münchen? [ Die fetten Jahre sind vorbei im kinoprogramm ]

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Ein Wunder ist der Film sicher nicht, aber dennoch ein interessanter Film über 'Exzesse der Jugend'! ;-)

sys-co sagt: e-bert sagt:

Spannend ist vor allem der psychlogische Aspekt der Geschichte! Und auch wurde es mal wieder Zeit für einen 'politischen' Film!


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name:rocket
kommentar:   Papperlapapp, der Film ist einfach klasse! Auch politisch!
bewertung:stern stern stern stern stern 
datum:11.04.2005 10:16


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