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Die Gräfin

Blut für die Schönheit

Die Gräfin, Kino, Kinoprogramm, München Es war einmal eine sehr schöne Frau. Die war nicht mehr jung, doch ihre Anmut war bekannt im ganzen Land. Ebenso wie ihr enormer Reichtum und Witwenstatus. Also kamen die Männer von weither, um aus der über alle Maßen guten Partie, der ungarischen Gräfin Erzebet Barthory, wieder eine Ehefrau zu machen. Unter ihnen befindet sich der eitle, mächtige Graf Thurzo (William Hurt). Er wirbt wenig diskret um die Dame, doch die hat ihr Herz längst Thurzos Sohn Istvan (Daniel Brühl) geschenkt. Der bösartige Vater ersinnt eine Intrige, die die Liebenden trennt.
Fortan verfällt Istvan in tranige Lethargie und Erzebet dem Wahn, dass Istvan sich der ausgeprägten Krähenfüße wegen von ihr abwandte. Schließlich ist er 21 und sie 39 Jahre alt. Durch Benetzen ihrer Haut mit jungfräulichem Blut, glaubt die von Trugbildern verwirrte Gräfin, könnte sie ewige Schönheit erreichen. Julie Delpy hat die Zeichen richtig gedeutet: Die Zeit ist reif für einen klug reflektierenden Film über den Schönheitswahn, über eine ins Hysterische spielende Angst vor dem Altern, die schwer zu überbrückende Kluft zwischen den Anfordernissen als allein erziehende Mutter und umsichtige Potentatin einerseits und als durchscheinend-schöner Grazie ohne Meinung andererseits. Die Verlagerung der aktuellen Probleme ins Gewand des Historienfilms war dabei nicht die schlechteste Idee. Auch die bewusst kühle Optik und die allein durch den Off-Erzähler immens distanzierte Inszenierung erscheinen zwar anfangs ungewohnt, im Verlaufe des Massenmordens aber immer sinnvoller.

Die aus einer Theaterfamilie stammende Delpy hat sich augenscheinlich an Brechts Verfremdungseffekt erinnert. Ziemlich clever für eine Blutorgie, die jedem Horrorfilm zur Ehre gereichen würde.
Genau darin liegt aber das Problem des Films: Julie Delpy kann sich nicht entscheiden. Zwischen Liebestragödie, Frauendrama oder Gruselgeschichte. Unentschlossen wabert die Inszenierung mal mehr in die eine, mal mehr in die andere Richtung. Eine konzise Dramaturgie scheint es so wenig zu geben wie plausible Charakterentwicklungen.
Die dichtesten Momente gelingen Delpy beim Schockieren. Für die Szenen, in denen den armen Mädels das Blut regelrecht abgezapft wird, findet Delpy die besten Bilder. Die Liebestreffen hingegen bleiben blass, und Daniel Brühl spielt den willensschwachen Charakter so zurückhaltend, als wäre er nur physisch anwesend. Warum für diesen faden Bubi auch nur eine Jungfrau sterben musste, bleibt leider absolut unklar.

Kinostart: 25. Juni 2009

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Ein absolut opluent und gekonnt inszenierter Historienfilm, der auch eine recht aktuelle Thematik behandelt!

sys-co sagt: e-bert sagt:

der Film ist toll gemacht, nur leider wirkt Daniel Brühl in seiner Rolle doch sehr blass!

Die Gräfin - Trailer

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genre: Drama, Thriller länge: 100 min Original: The Countess Darsteller: Julie Delpy, William Hurt, Daniel Brühl, Die Gräfin Regie: Julie Delpy, Die Gräfin Drehuch: Julie Delpy, Drehjahr: 2009 FSK: 12 Starttermin: Offizielle Website ]

wo läuft der film in münchen? [ Die Gräfin im kinoprogramm ]

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