Die große Verführung
Wir brauchen einen Arzt!
Sainte-Marie-La-Mauderne ist eine abgelegene 150-Seelen-Insel im Norden Québecs. Früher lebten die Einwohner nahezu ausschließlich vom Fischfang. Inzwischen stehen die Kutterkapitäne vor dem Arbeitsamt Schlange. Das könnte sich ändern, wenn eine Fabrik in der Nähe gebaut werden würde. Die Firmenbosse wollen allerdings nur ihre Dependance in der Einöde errichten, wenn dort wenigstens medizinische Versorgung der Arbeiter garantiert wäre – durch mindestens einen Arzt. Aber wer zieht schon freiwillig auf einen Haufen nackter Felsen, die nur aus der Luft oder übers Wasser zu erreichen sind und auf denen außer einem Wirtshaus und einer Kirche nicht viel zur Unterhaltung geboten wird?
Als durch einen Zufall der junge Weißkittel Dr. Lewis (David Boutin) angespült wird, wittern die Insulaner ihre Chance: Der Gast aus Montréal muss nach allen Regeln der Kunst zum lebenslangen Aufenthalt auf Sainte-Marie-La-Mauderne verführt werden. Durch gezielten Einsatz von Geldscheinen am Wegesrand, Kricket-Übertragungen und den lasziv zum Sonnenbaden ausgebreiteten Dorfschönheiten. Dass die meisten dieser Tricks nicht funktionieren, ist klar. Aber wie die Hinterwäldler, angeführt vom kauzigen Bürgermeister (Raymond Bouchard), diese jeweils umsetzen, hat Regisseur Jean-François Pouliot ganz hinreißend komisch inszeniert.
Liebevoll, im bedächtigen Tempo erzählt Pouliot die einzelnen Stationen dieser „großen Verführung“. Mit seinem schlitzohrigen Charme auf der einen und seinen gesellschaftskritischen Momenten auf der anderen Seite erinnert diese frankokanadische Komödie an britische Vorläufer: Dass Filme wie „Ganz oder gar nicht“ oder „Lang lebe Ned Divine“ Pate standen, ist deutlich zu erkennen. Was aber keineswegs stört, denn von rundherum gelungenen sozialkritischen Komödien wie diesen kann man gar nicht genug sehen. Die Charaktere werden auch in „Die große Verführung“ ähnlich kurz und pointiert eingeführt, die Handlung ist recht übersichtlich einem einzigen Ziel untergeordnet, und trotz aller Rauigkeiten des Alltags gibt es stets ein versöhnliches Ende: Die Figuren bewahren sich ihre Würde.
infos über den film im internet: [ koolfilm.de ]
kinostart: 02. dezember 2004
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Komödie
länge: 108 min
Original: La grande séduction
Darsteller:
Raymond Bouchard, David Boutin, Lucie Laurier,
Regie:
Jean-Francois Pouliot,
Drehuch:
Jean-Francois Pouliot,
Drehjahr: 2003 FSK: 6
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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Eine wunderschöne, ruhige Kömodie mit viel Charme, die z.B. an ein paar irische Filme dieses Genres erinnert!
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Mit Sicherheit ein amüsanter Film, aber ich habe etwas die echten Schenkelklopfer vermisst!
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