Die Reise der Pinguine
Von Pinguinen und Menschen
Immer wieder gibt es neue Kinohelden. Doch dass Luc Jacquet ausgerechnet die Kaiserpinguine der Antarktis zu Stars macht, ist außergewöhnlich. Und wer hätte gedacht, dass diese Tierdoku in Sachen Spannung und Action durchaus mit so manchem Hollywoodstreifen mithalten kann. Denn auf dem lebenfeidlichsten Kontinent unseres Planeten findet jedes Jahr ein Drama statt: Die Kaiserpinguine verlassen den Ozean, um in einer sich ständig ändernden Landschaft auf einem gewaltigen Marsch zu ihren vertrauten Brutplätzen zu finden. Erst dort beginnen sie mit der Paarung und an deren Ende legen die Weibchen jeweils Ende Mai ein einziges Ei. Dieses Ei über geben sie ihrem Partner, der es in wenigen Sekunden annehmen muss, da es sonst gefriert. Während die Männchen die Eier ausbrüten, kehren die Weibchen in den Ozean zurück um endlich wieder Nahrung zu finden. Die Männchen harren in dieser Zeit hungernd bei Temepreaturen bis zu minus 40 Grad aus und erst nach 2 Monaten kehren die Weibchen zurück um ihre Männer abzulösen. Doch nicht alle kommen, den mache fallen den Gefahren des Meeres zum Opfer...
Die Landschaft der Antarktis ist nicht das einzige Spektakuläre an dieser Tierdoku. Jacquet gelingt es durch innere Monologe der Pinguine seine Hauptdarsteller dem Publikum menschlicher darzustellen und vertrauter zu machen. Machmal sind diese Monologe zwar etwas kitschig, aber zumeist geht die Rechnung auf. Diese sehr menschliche Darstellung wilder Tiere rief in den USA sogar radikale Christen auf den Plan, die in den Pinguinen ein Idealbild der Familie erkennen wollten und so ihre absurde Idee des Intelligent Design, einer Gegenbewegung zur Evolutionstheorie, bestätigen wollten. Leider blenden diese Fanatiker auch völlig aus, dass z.B. bei Pinguinen auch Homosexualität vorkommen kann. Jacquet hat sich von dieser Interpretierung seines Films auch distanziert und weist ausdrücklich darauf hin, dass es wilde Pinguine sind und keine Menschen. Doch wer den Film einfach genießt und die Pinguine Pingunie sein lässt wird viel Freude daren haben.
infos über den film im internet: [ diereisederpinguine.de ]
kinostart: 13. Oktober 2005
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Dokumentarfilm, Tierfilm
länge: 85 min
Original: La marche de l'empereur
Darsteller:
Regie:
Luc Jacquet,
Drehuch:
Luc Jacquet,
Drehjahr: 2005 FSK: oA
Starttermin: 13.10.2005 [ Offizielle Website ]
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Großartige Aufnahmen einer unbekannten Landschaft, aber stellenweise wird sehr auf die Tränendrüse gedrückt!
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Ich war wirklich überrascht, dass ich mich mal für eine Tierdoku begeistern kann! Großartig!
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