Down with Love
Zum Teufel mit der Liebe!
Was ist von einem Mann zu halten, der in geschlossenen Räumen eine Sonnenbrille trägt, ein Schlafsofa mit Klappautomatik besitzt und auf dem Nachttisch ein Foto seiner Eltern aufgestellt hat? Genau, vor so einem muss man sich in Acht nehmen. Catcher Block heißt der Kerl, Journalist ist er, ein schrecklich gut aussehender noch dazu. Da Peyton Reeds amüsante Komödie „Down with love – Zum Teufel mit der Liebe“ in den prüden beginnenden Sechziger Jahren spielt, ist völlig klar, dass dieser Mann für Unruhe in der Damenwelt sorgt. Ewan McGregor mimt den zynischen Herzensbrecher, Renée Zellweger gibt das letztlich gar nicht dumme blonde Puttchen an seiner Seite – und wer jetzt an die unzähligen „Bettgeflüster“-Variationen mit Doris Day und Rock Hudson denkt, liegt genau richtig.
Was sich neckt, findet schließlich zusammen. Nach diesem simplen, aber ungemein effizienten Schema inszeniert Reed diese schwungvolle Hommage an die Hollywoodklassiker der Fünfziger und Sechziger, und genauso, wie die heute eher bieder wirkenden Filmchen damals vor sexuellen Zweideutigkeiten nur so strotzten, steckt auch „Down with love“ voller geschickt der heutigen Zeit angepassten Anspielungen auf den Geschlechterkampf.
Zellweger spielt, in jeder zickigen Geste und schmollenden Schnute deutlich an Doris Day gemahnend, die Emanzipationsratgeber-Autorin Barbara Novak, die ihren Schwestern im Geiste Berufstätigkeit, Sex und Schokolade als Ziele der Selbstbestimmung empfiehlt. Das Buch wird ein Bestseller, die Verfasserin das Vorbild einer Frauengeneration. Das stößt dem Playboy Catcher Block sauer auf. Für ihn gehören Frauen ins Bett oder in die Küche, und so sinnt er darauf, die Emanze als paarungswütiges Weibchen zu demaskieren.
Pillbox-Hütchen, Kostüme in allen Farben eines Petit Fours, weiße Handschuhe, schreiend bunte Pyjamas und glänzende, eng geschnittene Anzüge nebst spitzer Schuhe – „Down with love“ beamt den Zuschauer bereits mit dem Vorspann zurück in die Sechziger. Die gestelzte Künstlichkeit und oberflächliche Süßlichkeit von Filmen wie „Ein Pyjama für zwei“ oder „Ein Hauch von Nerz“ zitiert Reed gekonnt. Dennoch ist diese temporeiche, charmante Retro-Komödie mit ihren originellen Einfällen, bissig-witzigen Dialogen und Musikeinlagen kein bloßer Aufguss von Altbewährtem. Reed schafft inhaltlich wie auch visuell eine eigenständige, aktuelle Erklärung dafür, warum Männer und Frauen zwar immer noch nicht zusammen passen, aber ohne einander auch nicht sein können.
kinostart: 25. dezember 2003
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Liebeskomödie
länge: 100 min
Original: Down with Love
Darsteller:
Reneé Zellweger, Ewan McGregor, David Pierce,
Regie:
Peyton Reed,
Drehuch:
Eve Ahlert, Dennis Drake,
Drehjahr: 2003 FSK: oA
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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erfrischende geschichte in der rené zellweger der guten alten doris day konkurrenz macht!
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bunt, schrill und doch spießig! wer die filme der 60er mag ist hier richtig! ich fand's etwas sehr retro!
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