Eierdiebe
Tumor ist, wenn man trotzdem lacht!
Tatsächlich krank sein sieht ganz anders aus als im Kino. Keine bildschöne Krankenschwester sitzt mit tränenumflortem Blick nachts am Bett, kein genialer Mediziner rettet in allerletzter Minute auf dem Operationstisch dein Leben. Wirtschaftsstudent Martin (Wotan Wilke Möhring) wird wegen ein paar Ohnmachtsanfällen ins Krankenhaus eingeliefert und muss feststellen, dass er diese Räumlichkeiten wohl nicht so bald wieder verlassen wird. Vor allem aber erkennt er schnell, dass ein gewöhnlicher Hospital-Betrieb nichts mit den gängigen Arztserien gemein hat
„Tumor ist, wenn man trotzdem lacht“ verkündet Martin seinem Bruder Roman (Alexander Beyer), während beide auf einer Krankenhaus-Parkbank Martins gerade diagnostizierten Hodenkrebs mit einem Joint und blöden Sprüchen zu bekämpfen suchen. Doch derlei tumbe Kalauer sind eigentlich nicht der Stil des Regisseurs Robert Schwendtke („Tattoo“). „Eierdiebe“ ist ein kleiner Film, der ohne Aufsehen erregen zu wollen alles richtig macht: Die Hauptrollen sind mit den unprätentiösen Darstellern Wotan Wilke Möhring, Julia Hummer, Alexander Beyer und Janek Rieke passend besetzt. Besonders die Episoden im Krankenhaus zeigen eindringlich, wie schnell man als Patient im Getriebe der Medizinmühle nicht nur die Hoffnung, sondern auch die Menschenwürde verliert. Die Ärzte sind pragmatisch, niemals mitfühlend, die Schwestern verteilen gleichgültig Spucknäpfe. Das vor schwarzem Humor nur so strotzende Drehbuch hält sehr schön die Balance zwischen Komik und Tragik, denn trotz der pfiffigen Pointen lässt sich das allgegenwärtige Sterben auf einer Onkologie-Station nicht verbergen. Und Frischling Florian Ballhaus findet mit seiner Kamera mitunter bereits ebenso stimmige Bilder wie sein Vater Michael.
infos über den film im internet: [ eierdiebe-derfilm.de ]
kinostart: 22. januar 2004
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Komödie
länge: 88 min
Original: Eierdiebe
Darsteller:
Antoine Monot jr., Wotan Wilke Möhring, Julia Hummer,
Regie:
Robert Schwentke,
Drehuch:
Robert Schwentke,
Drehjahr: 2003 FSK: 12
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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Großartig, weil er ehrlich und schonungslos mit Krankenhaus-Klischees aufräumt!
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Die Gratwanderung zwischen Komik und Tragik ist beindruckend gemeistert! Aber nichts für schwache Gemüter!
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