Es war eine Schlüsselszene: Als der neue James Bond alias Danile Craig in 'Casino Royale' gefragt wird, ob er seinen Martini geschüttelt oder gerührt haben möchte, entgegnet er: 'Sehe ich so aus, als ob mich das interessiert?' Man musste kein Bondfan der allerersten Stunde sein, um zu begreifen: Hier wird eine neue Ära eingeläutet. Dieser Bond ist anders als seine Vorgänger. Craigs 007 ist ungehobelt bis zum Proletarischen und im Gegensatz zu seinen nie um ein munteres Sprüchlein verlegenen Vorgängern eher maulfaul. Originell und schlagfertig ist er nie.
In 'Ein Quantum Trost' hat man es erstmals mit dem maulenden, übellaunigen Bond zu tun. Der Geheimagent seiner Majestät leidet noch am Betrug seiner großen Liebe Vesper. Da echte Männer keine Worte über Liebesleid verlieren, verwundert es kaum, dass in 'Ein Quantum Trost' noch weniger gesprochen wird als in 'Casino Royale'. Statt Wortwechseln dominiert der Blick- oder Schusswechsel. Und es ist Marc Forsters phantasievoller Regie und einem erheblichen Zuwachs an wahrlich furiosen, elegant choreographierten Actionszenen zu verdanken, dass 'Ein Quantum Trost' dennoch gut funktioniert.
Die heitere Geschwätzigkeit, gerne mit einem leicht sexistischen Unterton, die Roger Moore kultivierte und die bisherige 007-Produktionen auszeichnete, fehlt. Nachdem Moore am Ende eher einen schießenden Kleiderständer denn einen akzeptablen Agenten abgab, vermisst man ihn nicht. Ebenso wenig wie Sean Connerys schlüpfrige Komplimente, seine gezupften Augenbrauen und dieses ganze veraltete, vermeintlich Gentlemanhafte Gebahren.
Gleichzeitig sind die Bondgirls nicht mehr mit den Sexbomben-Insignien früherer Jahre ausgezeichnet. Die dunkelhaarige Camille (Olga Kurylenko) gibt sich sportlich-burschikos und kämpft, haut, sticht und schwitzt Seit' an Seit' mit 007. Über den ganzen Globus, von Bolivien über Haiti bis nach auf die Bregenzer Seebühne treibt Mr. Greene, herrlich vielschichtig gespielt von Mathieu Amalric, die beiden.
Craigs Bond ist ein Arbeiter. Auch im Smoking in der Eingangshalle des Bregenzer Festspielhauses wirkt er so breitschultrig-zupackend, als wolle er gleich im Nebenraum Holz hacken. Die Prügelszenen verstärken diesen Gedanken. Da bleibt kein Platz für den selbstironischen Humor der Vorgänger, nur noch für Gewalt, Schweiß, Blut und Tränen. Amalrics Greene tänzelt diesem derben Krieger mühelos auf der Nase herum.
Zermürbt von Trauerarbeit und Liebesqualen, getriezt von einem angeblichen Umweltschützer mit jenen Umgangsformen, die dem Craig-Bond so fremd sind, geht es ihm arg an den Kragen. Kein Wunder, dass da manches Herrenhemd zerreißt. Der muskulöse Oberkörper Craigs, den er gerne stolz durchs Bild schwenkt, ist eine weitere Neuerung. Bis auf Connerys gewaltige Brustbehaarung war bislang selten ein Blick auf Bonds Fleisch zu erhaschen.
Der Agent gelegentlich unbekleidet, aber dafür keine blonden Busenwunder, keine Mrs. Moneypenny, keine Umgangsformen, kein Humor und kein Lieblingsdrink mehr. Es stellt sich die Frage, was dann einen Bond-Film noch von herkömmlichen Action-Kloppern unterscheiden soll...
Schade, dass der neue Bond nicht mehr den alten Charme und Stil hat! Der Film ist perfekt produziert, aber doch von anderen Actionfilmen kaum noch zu unterscheiden!
Mir gefällt der neue Bond gut! Auf seine rauhbeinige Art ist er irgendwie zeitgemäßer und authentischer! Die Actionszenen sind natürlich wieder erste Sahne!
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Moes
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Casino Royale ist um LÄÄÄÄÄNGEN besser! Ein langweiliges Intro mit der schlechtesten Titelmusik ever! Eine Verfolgungsjagd nach der anderen, ohne das mal Luft zwischendrin ist und ein Filmschnitt, der so hektisch ist, dass man von den Actionszenen nur die Hälfte erkennen kann. Nene....das war nix!