Erin Brockovich
Eine wahre Geschichte
auf halsbrecherisch hohen st�ckelschuhen stakst eine junge frau im knappen ledermini
und transparentbluse zum vorstellungsgespr�ch. sie bewirbt sich um eine stellung
als arzthelferin. dem mediziner fallen zwar fast die augen �raus bei ihrem anblick,
den job gibt er der zweimal geschiedenen dreifachen mutter ohne jede schulbildung
trotzdem nicht. die resolute erin brockovich �rgert sich, flucht auf der stra�e
lauthals wie ein bierkutscher, steigt ins auto � und knallt prompt an der n�chsten
kreuzung in einen entgegenkommenden wagen. schon in den ersten paar minuten von
"erin brockvich � eine wahre geschichte" wird klar, daß julia roberts sich
hier mit der titelrolle in steven soderberghs neuestem spielfilm auf bislang unbekanntes
terrain wagt: bisher brillierte die roberts mit breitem zahnpasta-l�cheln
in weichgesp�lten kom�dien im stile von "pretty woman" oder "notting hill". diesmal
zeigt sie ecken und kanten und gibt �berzeugend die ordin�re proletin
mit dem viel zu losen mundwerk.
die geschichte, die soderbergh stilsicher und sehr realistisch erz�hlt, beruht
auf einer wahren begebenheit: die wirkliche erin
brockovich � und so auch julia roberts im film � ergattert einen Job in einem
unbedeutenden, kleinen anwaltsb�ro. kanzleichef ed masry (wunderbar in seiner
unlust: albert finney) l��t erin akten sortieren. zuf�llig stolpert sie bei durchsicht
einer harmlos erscheinenden immobilienklage �ber seltsame krankenhausrechnungen
in der akte. sie hakt nach, und findet bald ungeheuerliches heraus: eine gro�e
chemiefabrik hat seine hochgiftigen abf�lle jahrelang ins grundwasser sickern
lassen und dadurch das wasser der umliegenden gemeinden vergiftet. krebs, ausschl�ge,
allergien bei erwachsenen und kindern sind die folge. erin und ed masry wirbeln
in den d�rfern viel staub auf, und sorgen schlie�lich daf�r, daß der chemiekonzern
den insgesamt �ber 600 kl�gern 333 millionen dollar
zahlen muß ï¿½ die bislang h�chste schadensersatzsumme der usa. trotz der
story ist "erin brockovich" kein langweiliger gerichtsfilm geworden. denn soderbergh
legt den focus seiner inszenierung allein auf die von dem umweltskandal betroffenen,
verzweifelten menschen, wie sie ihren alltag meistern und wie erin ihnen wieder
hoffnung gibt. obwohl die story wahr ist, steckt sie eigentlich voller unglaubw�rdiger
zuf�lle und klischees. soderbergh schafft es, jedem filmischen fallstrick
auszuweichen und erz�hlt seine david-gegen-goliath-geschichte so erfrischend neu
und unkonventionell, als ob er beweisen wollte, daß hollywood-mainstream
in der hand des richtigen regisseurs so authentisch und spontan wie ein independed-film
wirken kann.
infos über den film im internet: [ www.erin-der-film.de ]
kino-restart: 8. märz 2001
* [ erin brockovic
]
erin brockovich
besetzung: julia roberts, albert finney, aaron eckhart, marg helgenberger,
cherry jones, peter coyote, scotty leavenworth regie:
steven soderbergh
drehbuch: susannah grant
produzent: danny devito, michael shamberg, sacey sher
kamera: ed lachman, a.s.c.
schnitt: ann v. coates
musik: thomas newman
usa 2000 genre: drama
verleih: columbia
tristar orginaltitel:
erin brockovich länge:
131min. [ mehr bei imdb ]
<ug/mm>
steven soderbergh ist einfach genial! ich war noch nie ein fan
von julia roberts, aber hier hat sie mich überzeugen können!.
|
 |
|
eine nette geschichte und außerdem eine wahre! das gefällt
mir! aber ein top film ist es leider nicht!
|
|