Er war der Einzige. Keinem deutschsprachigen Sänger vor oder nach ihm ist es je wieder gelungen, auf Platz Eins der US-Charts zu landen. 'Rock Me Amadeus' begründete den Mythos Falco. Der frühe, unerwartete Unfalltod des Österreichers besiegelte den Kultstatus. Dazwischen liegen der steile Aufstieg, Berge von Kokain und Tabletten, Flüsse alkoholischer Getränke, unglückliche Frauengeschichten, eine vermeintliche Vaterschaft, viele gute und einige nicht ganz so gute Songs.
Das Leben des Hans Hölzel aus Wien eignete sich schon zu Lebzeiten des Künstlers zur Verfilmung. Dachte man. Die holperige Dramaturgie, die bleischweren Sentenzen und die holzschnittartigen Charaktere künden aber von unendlicher Mühe, aus der bewegten Vita Falcos einen bewegenden Spielfilm zu destillieren. Heraus gekommen ist ein biederes Filmchen, in dem ein mahnender Altherrenblick jeden noch so klitzekleinen Schritt vom Wege begleitet. Ein Vergleich zwischen Film-Falco und echtem Falco ist überdies nicht ratsam. Manuel Rubey ist ein passabler Sänger, als Interpret der Falco-Hits schlägt er sich wacker. Doch das Charisma, die Arroganz und das ganze Rampensau-Gehabe, alles was Falco zu einer überirdischen Kunstfigur werden ließ, fehlt dem jungen Sänger völlig. Dass gerade die Konzertszenen und nachgedrehten Videoclips besonders überzeugen, liegt an der umsichtigen Regie von Thomas Roth. Der sammelte bei Livemitschnitten diverser Bands Erfahrungen. 'Falco' sieht man das Gefühl fürs Wesentliche, das Gespür für die Stimmung der Menge deutlich an. 'Falco live auf der Donauinsel' ist trotzdem besser.