Eine Menge Auszeichnungen hat er in seinen Leben erhalten. Christian Görlitz, studierter Psychologe, gilt als Meister in der filmischen Umsetzung tiefer Seelekrisen. Josef Bierbichler und Jürgen Vogel haben unter seiner Regie Höchstleistungen erbracht. Angesichts dieser Karriere verwundert es nicht wenig, dass sich Görlitz zur Adaption des Romans 'Fleisch ist mein Gemüse' überreden ließ. Denn die Autobiographie des Musikers Heinz Strunk, der in Wirklichkeit Mattthias Halfpape heißt, ist doch überwiegend eine lose verbundene Anekdotensammlung für Fans.
Aus dem Dilemma der beliebigen Aneinanderreihung diverser mehr oder weniger komischer Begebenheiten einer verklemmten Jugendzeit im Hamburg-Harburg der Achtziger Jahre kann sich Görlitz nicht retten.
Roter Faden sind allein die psychisch kranke Mutti und die Auftritte als Saxophonist in der Schunkelband 'Tiffanys'. Zwar geben sich die Darsteller, allen voran Andreas Schmidt als apokalyptisch-fröhlicher Bandleader Gurki, jede Mühe. Doch gegen das ebenso ziellos wie Heinzens Leben dahin plätschernde, oberflächliche Drehbuch kommen auch die großartige Susanne Lothar oder die hinreißende Anna Fischer nicht an.