Der Mann hat eine Mission. Hans Weingartner, Welt verbessernder Exilösterreicher in Berlin, hat mit 'Das weiße Rauschen' und 'Die fetten Jahre sind vorbei' bewiesen, dass ein Film eine Aussage haben sollte. Die breite Masse, so Weingartners Auffassung, hat das Protestieren verlernt und nimmt hin, was man ihr vorsetzt. Dass muss anders werden, klar. Schuld an der Dummheit des Volkes ist das Fernsehen. Stumpfsinnige Dauerberieselung verdunkelt das hellste Köpfchen.
'Free Rainer', Weingartners aktuelle Produktion, hat also ein rechtschaffenes, ernst zu nehmendes Anliegen. Wer sich nur einen Abend lang beharrlich durch das Privatsender-Angebot zappte, kann Weingartners Anliegen mit jeder Faser des Herzens nachvollziehen. 'Free Rainer' scheitert allerdings an dem Versuch, die berechtigte Medienkritik leicht verständlich zu formulieren und gleichzeitig unterhalten zu wollen. Womöglich ist ein Spielfilm nicht das richtige Format für Weingartners Frontalangriff auf die TV-Landschaft. Die er zu allem Überfluss noch mit einer aus dem Erzählfluss des Films wie ein Fremdkörper herausragenden Liebesgeschichte ausgestattet hat.
Moritz Bleibtreu, dem der Film sein Gelingen letztlich verdankt, spielt den koksenden TV-Produzenten Rainer. Ein psychisches Wrack im Designeranzug, der Gewissen gegen Platinkreditkarte eingetauscht hat. Sein Umfeld besteht aus ebenfalls bekoksten Kollegen und ein paar tief dekolletierten Dummchen als Garnierung. Die junge Pegah (Elsa Sophie Gambard), Opfer seiner Schmutzshow, provoziert einen Autounfall. Maserati im Eimer, Rainer im Krankenhaus. Dort, und damit beginnt Weingartner unseligerweise damit, Klischees aneinanderzureihen, findet fernab der bösen Branche ein Umdenken statt. Der Mann ohne Moral fühlt sein Gewissen. Für besinnliche Momente hatte Weingartner noch nie ein Händchen. Diesmal verlegt er sich auf die cowboyhaften Stereotypen 'Einsamer Mann, Whiskyglas, besinnlicher Blick in die Ferne'. Nach einem solchen setzt Rainers Läuterung ein, und mit einer Truppe zusammen geklaubter Außenseiter beginnt er, die Fernsehsender mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Dabei gelingen Weingartner originelle, überzeugende Szenen, voller Witz und Tempo montiert, dass man ihm das gelegentliche Abgleiten ins Oberlehrerhafte schon wieder verzeiht. Fast.
infos über den film & trailer im internet: [ freerainer.de ]
Kinostart: 15. November 2007
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Die Idee für den Film ist genial, aber leider wurde versucht den Film mit viel Unnützem aufzumotzen!
Eine tolle Story und Moritz Bleibtreu ist einfach wieder mal großartig!