Garden State
Family Values
Andrew Largeman hat als Kind einen kleinen Unfall verursacht. Seine Mutter stürzte und saß seitdem im Rollstuhl. Zu ihrer Beerdigung kehrt Andrew nun heim in den „Garden State“ New Jersey. Der ist ungefähr so viel Gartenstaat, wie München die heimliche Hauptstadt mit Herz oder Hamburg das Tor zur Welt ist. Auch sonst ist in Andrew Largemans Umgebung nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Sein Leben als Schauspieler in Los Angeles ist von Misserfolgen gepflastert. Und ohne die Psychopharmaka, die der junge Mann seit dem Unfall seiner Mutter vor mehreren Dekaden schluckt, wäre er wohl gar nicht mehr zu sozialen Kontakten fähig.
Es hätte des neu eingespielten Simon & Garfunkel-Songs gar nicht bedurft, um die Parallelen zu „Die Reifeprüfung“ zu erkennen. Heute wie damals kommt einer nach Hause, der sich als Fremdkörper empfindet – ausgerechnet dort, wo er sich am geborgensten fühlen sollte: im Kreise der Familie.
Wie jener Klassiker von Mike Nichols handelt das ähnlich ambitioniert aufbereitete Regiedebüt des Schauspielers Zach Braff von einem jungen Mann, der seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat und nur weiß, was er nicht will – das, was ihn gerade umgibt. Wie Dustin Hoffman 1968 findet Andrew (gespielt von Regisseur Braff persönlich) zwar nicht den Sinn des Lebens – aber wenigstens die große Liebe.
Das gemächliche Erzähltempo und das episodische Mäandrieren des Handlungsflusses entsprechen dem ruhigen, gelassenen Gang der Dinge an diesem verschlafenen Provinz-Schauplatz. Das hektische Vorwärtsdrängen und das ziellose Schlendern der Geschichte korrespondieren mit dem jeweiligen, immer labilen Gemütszustand Andrews. Irgendwie verläuft das Leben der jetzigen Mittzwanziger unsicherer, als sie sich das ausgemalt hatten. Eigentlich schon erwachsen, dann wieder nicht, mitten im Leben, aber ohne sich auf dem rechten Platz zu fühlen – die Perspektive fehlt. Ziele hat keiner mehr. Durchhalten lautet die Devise. Zu diesem Themenkreis sind in den vergangenen zwei, drei Jahren bereits einige Filme entstanden. Doch selten haben sie das Gefühl der Betäubung und Melancholie so exakt und stimmig eingefangen wie es dem ehemaligen Seifenopern-Star Zach Braff gelungen ist.
kinostart: 26. Mai 2005
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Komödie, Liebesfilm
länge: 102 min
Original: Garden State
Darsteller:
Zach Braff, Kenneth Graymez, Peter Sarsgaard,
Regie:
Zach Braff,
Drehuch:
Zach Braff,
Drehjahr: 2004 FSK: 12
Starttermin: 26.05.2005 [ Offizielle Website ]
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Ein beindruckend ehrlicher Film, der die Probleme einer Generation gekonnt auf den Punkt bringt!
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Interessant und auch eine gute Leistung in Sachen Regie und Schauspielerei von Zach Braff!
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