Colin Firth ist schuld. Den ganzen Jane-Austen-Schmachtfetzen-Boom löste der britische Schauspieler aus, als er 1993 in der BBC-Verfilmung von 'Stolz und Vorurteil' den Mr. Darcy gab und in der Schlüsselszene triefendnass, nur mit einem weißen Hemd bekleidet, aus einem Teich stieg, direkt in die Arme der Heldin hinein. Von da an jagte eine Jane-Austen-Adaption die andere, alle von renommierten Regisseuren und exzellenten Darstellern trefflich ins rechte Bild gerückt. Doch das Werk der bereits mit 41 Jahren verstorbenen britischen Schriftstellerin ist mit sechs Romanen nicht allzu umfänglich. Was lag da näher als das Leben von Ms. Austen selbst zur Grundlage für einen Spielfilm zu verwenden. Zumal ja die Vita der unverheirateten Pfarrerstochter eine geheimnisvolle unglückliche Liebe aufweist. In einen irischen Juristen soll sich die gerade 20-jährige Austen 1795 verliebt haben. Doch Tom Lefroy, ebenso mittellos wie Austen, muss schließlich aus familiären Gründen eine gute Partie freien und lässt seine große Liebe im Pfarrhaus von Steventon sitzen.
Aus dieser kleinen Fußnote der Austen-Biographien haben Regisseur Julian Jarrold und sein Drehbuchautor Kevin Hood eine stimmige, schwungvolle Liebesgeschichte prächtigster Ausstattung erschaffen. Das Drehbuch lässt die schlagfertige Nachwuchsschriftstellerin allerdings oft zu harmlos erscheinen. Jarrold legt bei seiner Jane Anne Hathaway eindeutig zu viel Wert auf monochrome Kostüme und zu wenig auf den Esprit dieser Figur. James McAvoy kommt da besser weg: Sein Tom Lefroy darf vor Charisma und Vitalität schier bersten und endlich den beißenden Humor zeigen, den man bei allen männlichen Charakteren in Jane Austens Romanen immer vermissen musste.
infos über den film & trailer im internet: [ bvimovies.com ]