Goldene Zeiten
Reichtum an der Ruhr
Spielfilme von Peter Thorwarth bieten stets das Gleiche: Eine Kleinstadt im Ruhrpott, jede Menge ausgeflippte Proletarier und Neureiche, ein eher raubeiniger Schenkelklopfer-Humor, ein paar solariumsbesonnte Wasserstoffblondinen und dazwischen ein armes Würstchen auf der Suche nach dem großen Glück. Insofern bietet Thorwarth, gebürtiger Dortmunder und Absolvent der Münchner HFF, wieder einmal Verlässliches. Wie schon in seinem Häuslebauer-Schwank "Was nicht passt, wird passend gemacht" oder der Krimikomödie "Bang Boom Bang" dreht sich alles ums große Geld, das immer die anderen haben oder machen. Dass die goldenen Zeiten vorbei sind, weiß man in wohl kaum einer Region Deutschlands so genau wie im Pott. Und deshalb strampelt im beschaulichen Unna jeder vor sich hin, um letztlich doch noch als Gewinner aus dem Rennen zu gehen. Auch der liebenswert-arglose Eventmanager Ingo (Wotan Wilke Möhring) will seiner Freundin endlich mal was bieten. Karibik. All Inclusive soll es sein. Deswegen lässt er sich von dem schmierigen Golfclub-Chef Jürgen Matthies (Wolf Roth) zu einem dubiosen Geschäft beschwatzen. Nicht schon zwielichtig genug, versucht Ingo seinen Auftraggeber auch noch über den Tisch zu ziehen und engagiert statt einem echten Hollywood-Star für eine große Gala im Golfclub nur einen windigen Doppelgänger mit Toupet. Das fliegt natürlich auf, wie auch sonst noch jede Menge Betrügereien erst langwierig entwickelt und dann in Sekundenschnelle aufgelöst werden.
Die enorme Schwachstelle in dieser ansonsten durchaus passablen Gesellschaftssatire ist nämlich das sich kontinuierlich zerfasernde Drehbuch. Umständlich werden immer wieder Personen und deren Nebenhandlungsstränge eingeführt, die allerdings im Verlaufe des zunehmend unübersichtlicher werdenden Spektakels offensichtlich auch den Drehbuchautoren Thorwarth und Alexander Rümelin aus den Augen geraten sind. Die beiden wollten offensichtlich zu viel, und vergaloppieren sich in zu üppig bemessenen 134 Minuten zwischen derber Gaunergeschichte und biederer Love Story. Da nützt dann auch das peppigste und wirklich originell inszenierte Finale nichts mehr.
infos über den film & trailer im internet: [ goldenezeiten-derfilm.de ]
kinostart: 26. Januar 2006
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Satire
länge: 134 min
Original: Goldene Zeiten
Darsteller:
Wotan Wilke Möhring, Dirk Benedict, Wolf Roth,
Regie:
Peter Thorwarth,
Drehuch:
Peter Thorwarth, Alexander M. Rümelin,
Drehjahr: 2005 FSK: 16
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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Eine mäßig komische Gaunerposse aus dem Ruhrpott, die wenig neues bietet!
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Lustig isteder Film schon, aber auch nicht so komisch, dass man über 2 Stunden schadlos übersteht!
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