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Der Herr der Ringe

Die Rückkehr des Königs

Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs, Kino, Kinoprorgamm, München Als es im Frühjahr amerikanische Bomben auf den Irak hagelte, ging via Email ein montiertes Bild des US-Präsidenten um die Welt: George W. Bush sitzt vor einem Mikrofon, an der Hand gut sichtbar einen goldenen Ring. Nicht irgendein Ring glänzte da an Bushs Finger, nein, es war DER Ring. Saurons Ring der unumschränkten Macht. Der unheilvollste Metallreif, der je geschmiedet wurde. Zumindest nach Ansicht aller Anhänger von John Ronald Reuel Tolkiens "Herr der Ringe". "Frodo has failed" (Frodo hat versagt) lautete die Betreffzeile der Email. Das Böse hat gewonnen. Dieser scheinbar so unbedeutende Internet-Gag verdeutlicht ohne viele Worte, welche nationen- und kulturenumspannende Wirkung von dem dreiteiligen Fantasy-Roman eines britischen Literaturprofessors und der Verfilmung eben dieser Bücher ausgeht. Wie konnte eine mit keltisch anmutender Mythologie angefüllte, gewalttätige Geschichte über den Kampf der Guten gegen die Grundbösen, filmisch nun von einem Neuseeländer in jede Substanz erschlagend wuchtigen Bildern umgesetzt, einen derartigen Siegeszug rund um die Welt antreten? Der Erfolg von Peter Jacksons Film-Trilogie ist, noch deutlicher als der unbestreitbare Triumph des Tolkien-Dreiteilers, ein soziales und kulturelles Phänomen. Lässt sich am beispiellosen Erfolg des nunmehr komplettierten, 300 Millionen Dollar teuren Kinoepos ein allgemeiner Eskapismus der Gesellschaft in märchenhafte Daseinsformen ablesen? Dazu sind Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Filme mit allen ihren exakt choreographierten Schlachten zu brutal.

Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs, Kino, Kinoprorgamm, München Bleibt eine psychoanalytischere Deutung: Möglicherweise hilft die Story dem Menschen bei der Befriedigung von Urbedürfnissen... Das archaische Schema „Gut gegen Böse“ wird von Tolkien wie auch von Jackson nur geringfügig variiert: Die Elben sind klug, und zart, wie hingehauchte Feenwesen eben sein müssen, die Menschen heroisch und stahlhart, die Hobbits ein bisschen tumb, aber liebenswert – und die Orks sind hässliche Kampfmaschinen ohne Furcht und Moral. Seit seiner ersten Veröffentlichung 1954 hat Tolkiens Werk eine riesige Anhängerschar gewonnen, und die Besucherzahlen der ersten beiden Filme von Peter Jackson waren mehr als beachtlich. Kein Wunder also, dass Jackson im dritten und letzten Teil, "Die Rückkehr des Königs" aufgrund der weltweit aufmerksam wachenden Fans keinerlei Wagnisse mehr einging. Brav buchstabiert er Tolkiens Zeilen nach. Das kostet ihn einen wahrhaft spürbaren Spannungsbogen, der in den ersten zwei Teilen noch fassbar war. Je länger "Die Rückkehr des Königs" poltert und scheppert, desto größer wird die Enttäuschung: Die Charaktere, von Tolkien mit extremer Tiefenschärfe gezeichnet, bleiben flach, und die pathetischen Sentenzen ("Es ist nur ein Schatten und ein Gedanke, den ihr liebt") wirken in ihrer moralinsauren Überhöhung oft lachhaft. Figuren wie der Elbenprinzessin Arwen (Liv Tyler) wird eine Entwicklungsphase von drei Minuten im über drei Stunden währenden Film gegönnt. Und Aragorn (Viggo Mortensen), immerhin der künftige König von Gondor, darf meistens nur mit Schaum vor dem Mund und flatternden Lidern in die nächste Schlacht ziehen. Ungünstig ist auch, dass sich etwa Elijah Wood, der seinem Frodo nicht mehr Intensität verleihen kann als gelegentlich einen entrückten Blick aus wasserblauen Augen, von Gollum, der einzigen ausschließlich computeranimierten Figur, an die Wand spielen lässt. Ausgerechnet seinem Gollum gönnt Jackson eine glaubwürdige emotionale Entwicklung vom artigen Hobbit zur durch die Aura des Ringes völlig verkorksten, kriecherischen Kreatur.

Aber digital ist noch lange kein Allheilmittel. In den großen Kampfszenen – und von denen gibt es binnen der 180 Minuten zu viele – verfransen die Außenränder deutlich, und mancher in den düster verhangenen Himmel kopierte Turm des Schreckens verliert eben diesen angesichts der unbeholfen anmutenden Animation. Was bleibt, sind detailbesessene Ausstattung, mitreissend-rasante Kamerafahrten und wahrlich großartig zu nennende Landschaftsaufnahmen. Dem echten "Herr der Ringe"-Fan bleibt jedoch die Erkenntnis: Papier ist stärker, bunter und plastischer als Zelluloid. Also ab an den Bücherschrank, lesen!

kinostart: 17. dezember 2003

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genre: Action, Fantasy, Literaturverfilmung länge: 210 min Original: The Lord of the Rings: The Return of the King Darsteller: Elijah Wood, Ian McKellen, Viggo Mortensen, Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs Regie: Peter Jackson, Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs Drehuch: Frances Walsh, Drehjahr: 2003 FSK: 12 Starttermin: 18.12.2003 Offizielle Website ]

wo läuft der film in münchen? [ Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs im kinoprogramm ]

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bombastische schlachten, kurz gesagt der beste der drei teile

sys-co sagt: e-bert sagt:

die bücher sind auf jeden fall besser, aber trotzdem sehenswert




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Dabei wurden zuletzt folgende Kommentare abgegeben:

 

name:CHiCADELiC
Kommentar:   ein wirklich epochales werk ... die besten 3 filme die ich bis jetzt gesehen habe ... kurz gesagt - einfach geil ... sehr sehenswert
Bewertung:stern stern stern stern stern 
datum:05.01.2004 19:40

 

name:Franziska
Kommentar:   der genialste film aller zeiten!die rückkehr des königs ist ein mehr als würdiger abschluss der sagenhaften trilogie!ein muss für jeden kinogänger!
Bewertung:stern stern stern stern stern 
datum:30.12.2003 18:26

 

name:LadyElwing
Kommentar:   Diese bewertung ist ja wohl der grösste mist, den ich bis jetzt gelesen habe. natürlich ist der handliungsbogen flacher als in den büchern, aber trotzdem...und den anfang mit george bush hättet ihr euuch gepflegt sparen können, denn eine sopielerei eines internetusers mit dem film in verbindung zu setzen...
Bewertung:stern stern stern stern stern 
datum:24.12.2003 11:33

 

name:Wütend
Kommentar:   Was für ein Mist!
Bewertung:stern stern stern stern stern 
datum:22.12.2003 23:16

 

name:Tamira
Kommentar:   Unsinn vom Feinsten! Hat da jemand was mit "Matrix Revolutions" verwechselt? Gerade in diesem Teil war ich, was die Schlachten betrifft, außerordentlich zufrieden - war ich im zweiten Teil doch fast geneigt, die Schlacht von Helm's Deep als Splatter abzustempeln. Die Computeranimationen als "unbeholfen" zu bezeichnen, ist einfach falsch. WETA Digital hat erneut großartige Arbeit geleistet, die in der Kreatur Gollum nur ihr Sahnehäubchen präsentiert. Doch obgleich dieser Gollum an die schauspielerischen Leistungen der Anderen mehr als herankommt (zumal er einen Schauspieler HAT!), kann man nicht behaupten, diese hätten im dritten Teil nachgelassen. Jeder spielt weiterhin mit einer Passion und einem Talent, das viel bisher gesehenes übersteigt. Und von einer fehlenden Tiefe der Charaktere kann wirklich nicht die Rede sein. Dafür, dass so viele Figuren nach einem ausgefeilten Charakter verlangen, ist die filmische Darstellung ausgesprochen gelungen. Dagegen, Arwen als Beispiel für fehlende Charaktertiefe aufzuführen, habe ich schon persönlich etwas einzuwenden: wer die ganze Zeit Buch und Film vergleicht, sollte sich wahrlich nicht an Arwen aufhängen! Ich kann nicht behaupten, mit dem Film bis ins letzte Eckchen zufrieden gewesen zu sein, doch die hier aufgeführten Mangelpunkte sind nun wahrlich keine. Und im großen und ganzen widerspricht sich der Autor dieses Artikels selbst: das Buch, ja, das Buch war viel besser, aber ach, der Film ist so nah am Buch und eine Figur taucht plötzlich fast nur noch so wenig wie im Buch auf! Ja, die Bücher SIND besser als der Film, aber als Buchumsetzung ist "The Lord of the Rings - The Return of the King" wahrlich äußerst zufriedenstellend - wenngleich von Perfektion doch noch ein gutes Stück entfernt.
Bewertung:stern stern stern stern stern 
datum:22.12.2003 22:56


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