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Hotel Lux

Ein Witz zuviel

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Ein Witz zuviel wird ihm zum Verhängnis. Der Komiker Hans Zeisig (Michael Bully Herbig) macht sich nichts aus Politik, und an Hitler interessiert ihn nur das Bärtchen. Doch seine allabendlichen Witzchen über den Diktator sind im Berlin des Jahres 1938 nicht gerne gesehen, und so flieht Zeisig bald mit gefälschtem Pass über die Grenze. Eigentlich will er nach Hollywood. Er landet allerdings in Moskau. Im 'Hotel Lux', der berühmten Anlaufstelle für Emigranten aus aller Welt, lernt er nicht nur Herbert Wehner und die spätere DDR-Gründungsriege Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht oder Johannes R. Becher kennen, sondern durch ein paar aberwitzige Zufälle auch den Genossen Stalin.
Schade ist nur, dass diese an sich gute Geschichte von Leander Haußmann weit unter Wert ausgearbeitet wurde. Die Pointen zünden leider nur jedes zweite Mal. Es fehlt der Schwung, es wird oft zu viel geschwafelt und mancher Witz dadurch abgebremst. Das Drehbuch wurde zu wenig gestrafft, und irgendwie stimmt das Timing nicht richtig. Ein an sich großartiger Gag wie jener, dass Walter Ulbricht am Kaffeetisch gedankenverloren eine Mauer aus Zuckerwürfeln aufbaut, bis ihn seine Frau energisch anfährt 'Was machst du denn da?!', kommt im Trailer hervorragend rüber. Im Film verschenkt Haußmann diese Idee - und bedauerlicherweise auch einige andere. Ausgerechnet Leander Haußmann, der mit 'Sonnenallee' und dem absolut unterschätzen 'NVA' zwei der treffendsten Spielfilme über die DDR gedreht hat. Zwei Filme, die mit genau beobachteter Situationskomik, bissig-satirischen Momenten, liebevoller Herzenswärme und vor allem perfektem Timing begeisterten.

An den Darstellern liegt es nicht, dass 'Hotel Lux' nicht so recht in die Gänge kommt. Jürgen Vogel, Thekla Reuten, Steffi Kühnert, Sebastian Blomberg und auch die russischen Darsteller Alexander Senderovich oder Valery Grishko sind in bester Form. Michael Bully Herbig erweist sich in seiner ersten 'ernsten' Kinorolle als absolut großartiger, facettenreicher, subtil agierender Schauspieler. Kameramann Hagen Bogdanski versteht es geschickt, mit wenigen Veränderungen des Lichts irritierende Nähe oder Bedrohung herzustellen.
Dank ihm und des Ensembles, der sorgfältigen Ausstattung (Uli Hanisch) sowie den detailgenauen Kostümen (Ute Pfaffendorf) ist Hausmanns 'Hotel Lux' trotzdem ein überaus sehenswerter Film geworden. Schade ist eigentlich nur, dass es Haußmann nicht gelang, mit seinem Drehbuch und seiner Inszenierung das vorhandene Potential in Gänze auszuschöpfen.

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genre: Komödie länge: 103 min Original: Hotel Lux Darsteller: Michael Bully Herbig, Jürgen Vogel, Thekla Reuten, Hotel Lux Regie: Leander Haußmann, Hotel Lux Drehuch: Leander Haußmann, Drehjahr: 2011 FSK: 12 Starttermin: 27.10.2011 Offizielle Website ]

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