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Ich bin die Andere

Multiple Persönlichkeit

Ich bin die Andere, Kino, Kinoprogramm, München Margarethe von Trotta ist die einzige deutsche Filmemacherin, der es bislang gelungen ist, sämtlichen Moden zu widerstehen und ein in sich geschlossenes Werk zu schaffen. In nahezu jedem ihrer Spielfilme beleuchtet sie die gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Land. Die Anfangswerke Trottas wie beispielsweise 'Das zweite Erwachen der Christa Klages', 'Schwestern' oder 'Die bleierne Zeit' stammten aus den Siebzigern und waren den Zeitläuften entsprechend noch mit einer expliziteren politischen Aussage versehen. Inzwischen ist das Politische nicht mehr unbedingt privat, und nicht alles Private gleich politisch. Dementsprechend hat sich auch Margarethe von Trotta seit 'Das Versprechen' deutlich mehr auf die Scharten konzentriert, die die bundesrepublikanische Gesellschaft auf der Seele des Einzelnen hinterlässt. Auch 'Ich bin die Andere' ist nach diesem Muster gestrickt. Fast immer stehen zwei Frauen im Mittelpunkt ihrer Geschichten. Das trifft ebenfalls auf Trottas jüngsten Film zu. Nur dass die zwei Frauen diesmal eigentlich eine sind, nämlich Carolin und Carlotta, gespielt von Katja Riemann. Zu sehen ist keine Doppelrolle, sondern eine Frau mit multipler Persönlichkeit. Die erfolgreiche, dem Leben und seinen Avancen gegenüber arg zugeknöpfte Juristin Carolin leidet seit ihrer Jugend unter dem despotischen Vater (Armin Müller-Stahl), der auch im Rollstuhl noch den gesündesten Eindruck macht in dieser Familie voller psychischer Störungen.

Ich bin die Andere, Kino, Kinoprogramm, München Das Drama wird erzählt aus der Sicht des schnöseligen Stararchitekten Robert Fabry (August Ddiehl), der sich zu der strengen Carolin beziehungsweise ihrem Alter Ego, der femme fatale Carlotta, vom ersten Blick an hingezogen fühlt. Die Handlung basiert auf dem gleichnamigen Roman von Fassbinder-Autor Peter Märtesheimer. Das Buch gibt bereits genügend Rätsel auf, wirkt oftmals unschlüssig und wenig stringent. Margarethe von Trotta bedient sich zudem eines sehr konstruierten und artifiziellen Regiestils. Ihre mysteriös gehaltenen, anspielungsreichen Bilder sind zwar visuell geradezu betörend (Kamera: Axel Block), dazu sorgsam und klug komponiert. Doch der Trotta-typische Blick auf das Geschehen, der neben aller Gesellschaftskritik auch immer ein gerütttelt Maß poetisch verbrämter Sentimentalität in sich birgt, ist hier fehl am Platz. Schließlich handelt es sich bei der von Märtesheimer vorgeschlagenen Versuchsanordnung, anhand derer die moderne marode Gesellschaft der BRD kritisiert werden soll, eigentlich um eine Krankengeschichte. Doch das gesamte Personal dieses Films will das nicht wahrhaben. Keiner spricht über die Krankheit, jeder behandelt Carolin / Carlotta je nach Bewusstseinszustand als devote Schüchterne oder temperamentvollen Vamp. Dabei ist sie eben gerade keine nur von ihren spontanen Leidenschaften bestimmte Frau, sondern ein schwer pathologischer Fall. Zarte Streicher im Hintergrund scheinen zur Vermittlung eines solchen Menschen wenig angemessen.

infos über den film & trailer im internet: [ concorde-film.de ]

kinostart: 05. Oktober 2006

Ich bin die Andere - Trailer

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genre: Drama länge: 104 min Original: Ich bin die Andere Darsteller: Katja Riemann, August Diehl, Barbara Auer, Armin Mueller-Stahl, Ich bin die Andere Regie: Margarethe von Trotta, Ich bin die Andere Drehuch: Peter Märthesheimer, Pea Fröhlich, Drehjahr: 2006 FSK: 12 Starttermin: 05.10.2006 Offizielle Website ]

wo läuft der film in münchen? [ Ich bin die Andere im kinoprogramm ]

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Trotta-Filme gefallen mir schon mal grundsätzlich, doch der scheint mir nicht so gelungen!

sys-co sagt: e-bert sagt:

Leider nichts für mich! Der Film spielt mir zu sehr auf einer sentimentalen Ebene!


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