Quentin Tarantino zeigt den Zweiten Weltkrieg auf eine neue Art. Historisch korrekte Darstellungen sind da nicht wichtig. Ihm geht es um wütendene Berserker, klare Charaktere und wolde Geschichten: z.B. Marodierende US-Soldaten ziehen hinter den feindlichen Linien umher und nehmen Rache an Nazis indem sie sie skalpieren oder Hakenkreuze auf die Stirn brennen. Auf der anderen Seite brüsten sich blutrünstige SS-Offiziere, das man Sie als 'Judenjäger' bezeichnet und Sie überall für Angst und Schrecken sorgen. Daraus baut Tarantino meisterlich Spannung auf, die in einem absolut mitreißenden und ungeheuerlichen Showdown gipfelt...
Tarantinos 'Inglourious Basterds' ist ein ganz anderer Kriegsfilm. Vielleicht eben eher ein typischer Tarantion im anderen Gewand. Neben viel Blut bietet er auch geniale Ideen und zahlreiche Liebeserklärungen an das europäische Kino. Ein wirklicher Coup ist ihm aber auch bei der Besetzung gelungen: Brad Pitt ist natürlich sehr gut, aber sein Pendant SS-Oberst Hans Landa, der von Christoph Waltz gespielt wird ist einfach grandios. Mit Sicherheit einer der besten Bösewichte der Filmgeschichte. Auch Daniel Brühl macht als cineastisch bewanderter Kriegsheld Zoller eine gute Figur, während Till Schweiger sehr blaß und formatlos wirkt. Alles in allem ist 'Inglourious Basterds' nur etwas für Zuschauer die nicht all zu zart besaitet sind, für die aber könnte er ein absoluter Kultfilm werden!