An Jane Austen kommt keine vorbei. Frauen im Alter von 15 bis 105 finden sich in der großartigen Prosa der britischen Schriftstellerin wieder, egal in welcher Lebenslage sie sich befinden. Jane Austens Heldinnen von Elizabeth Bennet bis Anne Elliot taugen stets trefflich als Lebenshilfe. Dies muss die Grundidee gewesen sein, der Regisseurin und Drehbuchautorin Robin Swicord erlag. Doch Zauber und Charme der Romane aus dem England des 18. Jahrhundert lassen sich nicht ohne Verluste in die USA von heute transportieren. Genau das hat Swicord versucht. Und noch viel schlimmer: Sie wollte alle Austen-Bücher in einem Film abhandeln. Was sich in der gleichnamigen, nur für Austen-Kenner empfehlenswerten Romanvorlage noch einigermaßen unterhaltsam liest, gerät in der biederen Spielfilmadaption 'Der Jane Austen Club' vollends verwirrend.
Die Hundezüchterin Jocelyn trauert um einen ihrer Zöglinge, während Sylvia um ihre in Scherben liegende Ehe weint und ihre lesbische Tochter Allegra um die letzte gescheiterte Liebschaft. Dazu gibt es noch Prudie und Bernadette und als einzigen Mann im Bunde den welpenhaften Grigg, der natürlich nur zur Hundezüchterin passen kann, was die im Gegensatz zum Zuschauer lange nicht ahnt. Statt um ihre Beziehungsprobleme kümmert sich die bunt gemischte Runde lieber um Jane Austens Figuren. Da die Charaktere, Situationen und Dialoge im Film aber weitaus geradliniger sind als bei Austen, wird zuviel geredet und auf Küchenniveau analysiert, bis bei all dem Gefasel endlich jeder Topf den passenden Deckel zugeteilt erhält. Gegen diese Einfalt hilft nur eines: Schnell die Originale von Mrs. Austen lesen.