Der Titel ist wahrer Hohn: Denn Knut, der Berliner Eisbärenjunge, wird wohl niemals in seinem Zooleben mit seinen drei Freunden aus der Arktis und den braunfelligen Kollegen Mascha und Pascha aus Weißrussland zusammentreffen. Doch diesen Aspekt spart der Filmemacher Michael Johnson in seiner arg auf putzig getrimmten Dokumentation konsequent aus. Weshalb der Film, in dem auf unfreiwillig komische Weise jeglicher Hinweis auf die bedrohten Lebensräume der frei lebenden Bären verschwiegen wird, nur für Kleinkinder sehenswert ist. Die dürfen sich ohne Hintergedanken an den possierlichen Bärenkindern erfreuen und empfinden die mitunter sehr aufdringliche und völlig unkritisch von der gigantischen Knut-Marketingmaschinerie übernommene Vermenschlichung der Tiere als wenig störend.
Naiv an ein Thema herangehen, mag für manche Dokumentationen notwendig sein, und gerade Kinder, für die dieser vor niedlicher Bärenbabys nur so strotzende Film zweifellos gedacht ist, sind schnell mit allzu vielen Fakten überfordert. Doch so blauäugig, wie Johnson hier eine Möglichkeit nach der anderen verschenkt, dem Zuschauer nur einen Hauch vom realen Leben der Bären dieser Welt zu vermitteln, hat sich selten ein Naturfilmregisseur gegeben.