Die 68-Revolte jährt sich heuer zum 40. Mal. Da passt ein Film wie 'Lenin kam nur bis Lüdenscheidt' genau ins schwärmerische Erinnern. Richard David Precht, Autor des gleichnamigen Buches und Regisseur des Films, arbeitet seine eigene Jugend als Kind ultralinker Eltern auf. Amerikanische Comics sind verboten, Wände beschmieren hingegen ausdrücklich erlaubt. Statt nach Italien geht's ins Ferienlager der KPD, die DDR ist das Gelobte Land und beeindruckt von der Vietnam-Berichterstattung im Fernsehen adoptieren Prechts Eltern zwei kleine Kriegswaisen. Im Fußball freut sich der kleine Richard David mit Dynamo Kiew über Oleg Blochins Siege. Als die ausbleiben und die Sowjetunion auch mit anderen Großtaten zurücksteht, erfindet der Junge kurzerhand selbst welche.
Prechts Rückblick, auch wenn er sich als Schulkind vergebens nach einer Coca Cola sehnte, fällt dennoch nicht wehleidig aus. Mit viel Vergnügen erinnern seine Geschwister und er sich vor der Kamera an die eigentümliche Wohnungseinrichtung und skurrilen Erziehungsmethoden oder an das in der Phase des Deutschen Herbst verbotene Klassenkampf-Spiel 'Provopoli'.
Prechts Film ist keine nüchterne Aufarbeitung der Sechziger bis Achtziger Jahre in der Bundesrepublik, sondern eine vollkommen subjektive Sicht auf diese Zeit. Ironisch und mit warmherzigen Spott kommentiert Precht seine geschickt mit Fernsehbildern der Zeit montierten Super 8-Aufnahmen, mischt nachgedrehtes Material darunter. Die daraus entstandene dokumentarische Fiktion ist kaum fassbar erfrischend, klug und originell.
infos über den film & trailer im internet: [ lenin-film.de ]
Kinostart: 05. Juni 2008
<uf>
Eine einfach großartige Geschichte einer ungewöhnlichen Jugend, die mit viel Humor erzählt wird!
Super! Selten fand ich einen Dokumentarfilm so spaßig! Die Story wirkt heutzutage so seltsam wie unterhaltsam!