Verlorene Liebesmüh
Mehr als Deppengeschwätz
william
shakespeare und kenneth branagh – seit seinem furiosen regie-debüt,
der verfilmung von shakespeares "heinrich v.", sind die beiden namen
im kino anscheinend untrennbar verbunden. mittlerweile hat der britische
schauspieler, regisseur und produzent "viel lärm um nichts", "ein
winternachtstraum" und "hamlet" auf die leinwand gewuchtet. stets
gekonnt, mit einem sicheren gespür für eine angemessen zeitgemäße
bearbeitung der dramen. diesmal nun also das stückchen "verlorene
liebesmüh´", nicht unbedingt shakespeares größter wurf – aber vielleicht
branaghs. der verlegt das eher unbekannte werk kurzerhand in die
zeit vor beginn des zweiten weltkriegs: im idyllischen fiktiven
königreich navarra legen der junge könig (alesandro nivola) und
seine freunde berowne (branagh), dumaine (adrian lester) und longaville
(matthew lillard) ein gelübde ab: drei jahre lang wollen sie sich
ausschließlich philosophischen studien widmen. das heißt natürlich
auch – keine frauen!
doch
als die prinzessin von frankreich (alicia silverstone) und ihre
bezaubernden begleiterinnen auftauchen, ist es mit der lernerei
schnell vorbei... branagh hat shakespeare diesmal mit dem klassischen
amerikanischen filmmusical gekreuzt, aus der romantischen komödie
ein elegantes, vor lebensfreude nur so sprühendes singspiel kreiert.
ein genialer kunstgriff, denn dadurch hat branagh dem üblichen topf-findet-deckel-liebesreigen
shakespeares den schwung des hollywoodmusicals
der dreißiger jahre verliehen. er läßt seine exzellenten darsteller
singen und tanzen, in wunderschön farblich aufeinander abgestimmten
roben und zu ohrwürmern von george gershwin, cole porter und irving
berlin. branagh tanzt und singt zum ersten mal in einem film – und
eigentlich kein wunder: das kann er auch.
kinostart: 25. mai 2000
verlorene liebesmüh
besetzung: alessandro nivola, alicia silverstone, natasch mcelhone,
kenneth branagh, carmen ejogo, matthew lillard...
regie: kenneth branagh
drehbuch: kenneth branagh nach william "sladdi" shakespeare
produzent: david
barron, kenneth branagh
kamera: alex thomson
schnitt: neil farrell
musik: patrick doyle, dorothy fields, geroge gershwin, ira gershwin,
oscar hammerstein, jerome kern, jimmy mchugh, cole porter
usa, gb 2000
genre: komödie/musical
verleih: prokino
orginaltitel: love's labour's lost
länge: 89min.
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<ug/mm>
große klasse, wenn man selbst aus shakespeares weniger
gelungen stücken einen großartigen film zaubern
kann!!
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ich will mich zwar nicht als zlatko outen, aber mir ist
die ganze geschichte etwas zu schwülstig!
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