Männer wie wir
11 Freunde sollt ihr sein
Sepp Herberger forderte einst elf Freunde auf dem Fußballplatz. Dieses hehre Ideal hat sich in dem kleinen münsterländischen Kaff Boldrup erledigt, als Torwart Ecki (erstklassig: Maximilian Brückner in seinem Debüt) erst den entscheidenden Elfmeter durchlässt, damit den Aufstieg in die Regionalliga vergeigt und anschließend auch noch durch Zufall in der Dorfdisko sein Coming Out erlebt. „In Deutschland darfst du alles sein – außer schwul und Fußballer.“ Das erkennt Ecki ziemlich schnell. Wütend steigt er in den nächsten Bus nach Dortmund, um sich bei seiner Schwester einzuquartieren und dort eine Fußballmannschaft aus ausschließlich Homosexuellen zusammenzustellen. Die sollen dann gegen seinen Heimatverein, der ihn so schmachvoll verstoßen hat, antreten. Dürfte ja in der Fußballhochburg Dortmund kein Problem sein, ein paar Kicker zu finden, die sich mehr für ihresgleichen interessieren!
Ist aber doch ein Problem, wie Ecki bald bemerken muss. Was er auf der Suche nach seinen zehn fehlenden Freunden so alles erlebt, und wie sich der junge Bäckerssohn dabei sowohl mit seiner sexuellen Orientierung sowie den spießig-schockierten Eltern arrangiert und schließlich auch noch seinen Traumprinzen findet, verpackt Regisseurin Sherry Hormann („Irren ist männlich“) in einen turbulenten, knallig bunten Bilderreigen. Da werden munter Witze am laufenden Band gerissen, und mit viel warmherzigen Humor wird so ziemlich jedes Klischee zum Thema Schwule und Normalos genüsslich zelebriert. Bis die verweichlicht-effeminierten Tunten dann schließlich in einer Mannschaft mit den in nietenbesetzte Lederkluft gewandeten Kerlen auf dem Platz stehen und gegen den FC Boldrup antreten, bekommt in dieser Screwball-Komödie jeder sein Fett weg. Das ist amüsant anzusehen, die Gags sind fast immer gelungen und das Timing stimmt. Die gelegentlich etwas seichten Dialoge sind da leicht zu verschmerzen. Wer eine ernsthafte, tiefer gehende Abhandlung zum Thema Coming Out erleben möchte, kann sich ja den thematisch ähnlichen „Sommersturm“ ansehen. Ein unterhaltsames, gar nicht moralinsaures Plädoyer für mehr Toleranz sind beide Filme.
infos über den film im internet: [ maenner-wie-wir-derfilm.de ]
kinostart: 07. oktober 2004
[ Diese Filmkritik weiterempfehlen ]genre: Komödie
länge: 106 min
Original: Männer wie wir
Darsteller:
Maximilian Brückner, Lisa Potthoff, Dietmar Bär,
Regie:
Sherry Hormann,
Drehuch:
Benedikt Gollhardt,
Drehjahr: 2004 FSK: 6
Starttermin: [ Offizielle Website ]
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Ein nette deutsche Komödie voller punktgenauer Lacher, die aber leider etwas zu viele Klischees bedient.
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Lustig ist der Film auf jeden Fall, aber er hat auch einen gewissen Tiefgang und moralischen Anspruch! Die richtige Mischung!
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